• Kalkar am AbendEine Teilnehmerin des Malkurses hatte den Kurs zu sich nach Hause in Kalkar eingeladen und Curry gekocht. Ihre Wohnung ist inzwischen eine Kunstgalerie, nur dass sie keine Ausstellungen macht und auch keine Bilder verkauft. Hasenwolken über BeuysKönnte sie aber, denke ich. Besonders gespannt waren wir auf ein Werk, das sie zum Teil im Kurs gemalt hat. Es besteht aus vierzig kleinen quadratischen Bildern, die sie schließlich zu einem Jahreszeitenbild zusammengesetzt hat. Dabei geht es wohl eher darum, in welcher Jahreszeit sie das jeweilige Bild gemalt hat. Es sind Porträts dabei, auch ein bisschen Ironie auf dem Bild mit Beuys und den Hasen, dann wieder Naturimpressionen, die zu den jeweiligen Jahreszeiten passen. Sie hat die Bilder chronologisch nach Entstehung geordnet und beginnt so mit dem Sommer.

    Kunstkacheln


    Interessant sind nicht nur die Bilder, sondern auch die Künstlerin. Sie kommt aus Lettland und ist in Uedem bei der NATO stationiert. Eine niederländische Kursteilnehmerin, deren Mann ebenfalls bei der Nato war, wunderte sich, warum eine lettische Soldatin ein Klever KFZ-Kennzeichen hat statt eines NATO-Kennzeichens. Lustige Geschichte, sie war mit ihrem eigenen Auto gekommen und hatte ein lettisches Kennzeichen. Zu der Zeit wurde sie andauernd grundlos von der Polizei angehalten und eines Nachts hat man ihre Scheiben eingeschlagen. Als sie sich dann hier ein Auto kaufte und das Klever Kennzeichen behielt, hatte sie endlich Ruhe. Wie eine andere Teilnehmerin bestätigte, kann Kalkar in der Nacht ein heißes Pflaster sein. Aber was sind schon ein paar betrunkene Autoknacker gegen das Potential, das in der Gegend eher unbemerkt arbeitet. Wer weiß schon, dass in der niederrheinischen Pampa der nordeuropäische Luftraum überwacht wird. So gesehen hatten die Jungs doch Glück, dass die Künstlerin sich nicht gewehrt hat, sie kann nämlich nicht nur den Pinsel einsetzen

    Blick vom Paulsberg in Uedem

     


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  • Wahlkampf in der niederrheinischen PampaIrgendwie ist das keine so gute Woche für die gernzitierten alten weißen Männer. Für ältere Damen in der CDU allerdings auch nicht so richtig. Am Sonntag ist Europawahl und auf einmal mischen sich Leute in die Politik ein, die doch bloß Sand ins wohlgeschmierte Getriebe werfen. Satiriker und Youtuber, Frauen, SchülerInnen, junge Leute. Was ist bloß los mit der Jugend? Statt das Klima den Experten zu überlassen, ergreifen junge Menschen das Wort, gehen auf die Straße und machen freche Videos, bloß weil sie nicht wollen, dass Politiker und Unternehmen ihre Lebensgrundlage für die Zukunft zerstören.
    Als hätten die Politiker nichts anderes zu tun, müssen sie sich jetzt auch noch mit Satire und Internet herumschlagen. Das hat in Österreich schon ein paar rechten Politikern den Teppich unter den Füßen weggezogen, wenn es ganz schlimm kommt, leidet sogar die AfD darunter. Dabei ist dies die letzte Partei, die einem noch Hoffnung fürs Klima macht. Man muss nur ganz fest die Augen schließen, sich nicht informieren oder Wissenschaftler als Lügner bezeichnen, dann wird das schon. Und dann kommt da so ein Bürschchen daher, greift die etablierten Parteien an und belegt seine Aussagen mit Quellen. Ganz böse, AKK wusste aber direkt Rat und rief ein CDU-Bürschchen an, um ein cooles Gegenvideo zu machen. Na ja, der junge Amthor sieht irgendwie aus, als käme er gerade von seiner Erstkommunion, ob der wirklich dieser Aufgabe gewachsen war? Anscheinend nicht, denn das CDU-Präsidium hat die Veröffentlichung des Videos untersagt. Statt dessen gibt es ein maues Gesprächsangebot auf Twitter. Oh weh, nur noch drei Tage bis zur Europawahl, wenn das mal gutgeht. Und morgen ist Freitag, da kommt nochmal Jugend for future, die Heute Show und Neo Royale, auwei. Kann man wenigstens das noch verhindern?


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  • Darauf hat man echt lange warten müssen: Neues von Heinrich von Kleist. Danke, Amazon!

    Wie die Marquise von O. das Erdbeben von Chile überlebte


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  • Lesestoff am Klever RingIch habe es sicher schon erwähnt, dass ich zwanghaft alles lese, was mir in die Augen sticht. Das macht es auf der Autobahn manchmal anstrengend, weil ich alle Lastwagenaufschriften vor mir lese. Und manchmal möchte ich aussteigen und mit einer roten Sprühdose eingreifen. So bei diesem Lieferwagen, der gestern in Kleve an der Ampel vor mir stand.

    1. Das Deppenapostroph muss weg.

    2. Sätze beendet man mit einem Punkt. Ja, es sind Sätze, richtigerweise geht es danach mit einem Großbuchstaben weiter.

    3. Großbuchstaben bei Personalpronomen sind dagegen sehr mit Vorsicht zu genießen und nur zum Zwecke der Respektbekundung zu benutzen. Das Pronomen "er" wird eigentlich nur groß geschrieben, wenn mit "Er" der HErr gemeint ist.

    Warum tut man seinem Kind das an?Ich bezweifele allerdings, ob tatsächlich Jehova mit seinem Namen dafür steht, dass Papas Tore sich kinderleicht öffnen. Oder ist mit Papa doch der himmlische Vater gemeint, der dafür sorgt, dass die Himmelstore sich kinderleicht öffnen? Lasst die Kindlein zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich. Ist dieser Klever Lieferwagen also eigentlich ein Träger göttlicher Botschaften? Aber welcher? Dass Gott all seine Kinder liebt, selbst dieses Baby auf dem Lieferwagen?


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  • Maiglöckchen, Weißröckchen1. Mai, ein symbolträchtiges Datum für Freunde des Frühlings und der Arbeiterbewegung. Was kann man nicht alles machen an so einem Tag, tanzen, singen, demonstrieren, Autos verbrennen und durch die Natur wandern.letzte Tulpen

    Meine direkten Nachbarn haben beschlossen, diesen Tag mit einer Party zu begehen, die bereits morgens anfing und am frühen Nachmittag schon recht laut und alkohollastig klingt. Es wird auch gesungen, allerdings kann ich aufgrund des Alkohols keine Lieder identifizieren. A propos, ist nicht das schöne alte Lied "Der Mai ist gekommen" dem Anlass besonders angemessen? Leider musste ich während einer Lyrikreihe feststellen, das niemand (niemand!) in der Klasse das Lied bzw. Gedicht kannte. Ich kann es immer noch nicht glauben.

    blühender RosmarinTrotz der wenig melodischen Hintergrundsmusik, also dem Gegröle meiner Nachbarn, habe ich aber beschlossen, mir das Motto "Tag der Arbeit" zu eigen zu machen und die Abiturklausuren zu korrigieren, die gestern geschrieben wurden. Ich bin auch ganz gut dabei, hoffentlich kann ich die Motivation halten. Zur Belohnung gibt es nachher Spargel vom Niederrhein.


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  • Notre-Dame de Paris

    Was für ein Trauerspiel, Notre-Dame in Flammen zu sehen. Aber was für ein Glück, Gebetsnischedass bei dem Brand keine Menschen ums Leben kamen. Gestern, Stunden nach Ausbruch des Feuers, gab es Befürchtungen, dass das ganze Gebäude einstürzen könnte. Auch das scheint nicht zu passieren, obwohl es noch nicht sicher ist, welche Kräfte nachwirken. Gotische Kathedralen sind bauliche Meisterwerke, in denen alle Streben, Bögen, Mauern und diverse Verstärkungen zusammenwirken.

    Notre-Dame im RegenIch war einige Male in der Kirche, auch schon früher, als noch keine langen Warteschlangen vor den Türen standen. Aber wirklich am schönsten Bouquinistesfinde ich Notre-Dame von außen, wenn man am Seine-Ufer spazieren geht oder auf dem Vorplatz steht. Das ist tatsächlich das Herz von Paris, hier ist Paris am schönsten. Die Bouquinisten, die Quais de la Seine, das Quartier Latin, Shakespeare & Company, Gibert Jeune, on retourne toujours à ses premiers amours.
    Dieser wunderbare Anblick wird in den nächsten Jahren so nicht mehr zu sehen sein, mir tut das unendlich leid. Vielleicht hat Macron übertrieben, dass Notre-Dame in fünf Jahren wieder erbaut werden könne, aber mit all dem Geld, das schon am ersten Tag gesammelt wurde, kann man sicher etwas bewegen. Hoffentlich findet man genügend Dombaumeister und Handwerker, die wissen, wie es geht, ohne alles in Beton zu gießen.

     


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  • Fast ChampagnerNun geht mein Lieblingsmonat zu Ende, diesmal mit Sonnenschein, Blumen und einem Zeitenwechsel, denn morgen bekommen wir endlich wieder die Sommerzeit.

    Und wieder werden sensible Gemüter über Schlafrhythmusstörungen und Verwerfungen in Am Wegesrand im MärzZivilisation und Natur klagen. Aber morgen ist Sonntag, also schlaft euch einfach aus. Und ganz ehrlich, ob ich am Montag um 6, 7 oder 8 Uhr aufstehe, hat mich noch nie aus dem Gleichgewicht gebracht. Es ist halt mal so, mal so. Mal arbeite ich um 8 Uhr, mal um 11 Uhr, mal bis 21 Uhr, mal bis 22.15 Uhr. Und wenn ich dann im Bett liege, müssen andere noch arbeiten. C'est la vie.

    Angeblich hat die Zeitumstellung auch Auswirkungen auf die Natur, aber im Ernst, nicht ich wecke die Vögel, die wecken mich. Und die Frühstückskatze wartet ganz geduldig, bis ich aufstehe, erst dann mauzt sie rum, als wäre sie am Verhungern.


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