• Neues von Corona? Ach, na ja, same procedure as last year. Das alte Murmeltier zeigt in unseren Breiten eher den Beginn als das Ende des Winters an, dementsprechend steigen die Zahlen der Infizierten, Kranken und leider auch Toten.
    Was nicht abnimmt, sind die Zahlen der multiverqueren Wirrdenker. Man sollte doch meinen, dass auch ihnen angst und bange wird, je mehr Leute aus dem Kreis der Ungeimpften erkranken und schlimmstenfalls sterben. Aber nein, auch dafür findet sich eine verschwörerische Erklärung, wie ich gestern las. Das System hat sie getötet. Darauf muss man erst mal kommen, wo doch Krebskranke und andere Leidende auf ihre Operationen und Intensivbetten warten müssen, weil diese mit - in der Regel ungeimpften - Coronakranken belegt sind.

    Lass dich impfen!

    Wobei nicht alle ungeimpften Menschen zu dieser Kategorie gehören, ich kenne persönlich ein paar sehr nette und vernünftige Personen, kann aber in dem Punkt ihre Beweggründe nicht nachvollziehen und hoffe sehr, dass sie gesund bleiben.
    Das wünsche ich auch den Geimpften, die sich vielleicht ein bisschen zu sicher fühlen, ihre Masken ablegen und zahlreiche Kontakte pflegen.
    Wer auch immer das Corona-Virus erschaffen hat, sei es ein Labor in Wuhan oder die Evolution, hat ganze Arbeit geleistet. Das Virus macht auf mich so einen intelligenten Eindruck, kein Wunder, dass man es mit schlauen Namen aus dem griechischen Alphabet belegt, wenn es mal wieder mutiert. Gehören Alpha, Beta, Gamma und Delta noch zum Niveau der Mittelstufenmathematik, so klingt die neue Variante Omicron doch schon anspruchsvoller, irgendwie gleichermaßen altehrwürdig und hypermodern. Noch wissen wir nicht, ob diese Mutante nur schneller oder auch gefährlicher ist. Omicron ist das kleine Omega, und Omega ist der letzte Buchstabe des Alphabets. Heißt das, dies könnte unsere letzte Chance sein? Danach kriegt es uns alle?
    Ach Corona, du magst ja klüger und effizienter als die Menschheit sein, aber wir sind ziemlich zäh in unserer Blödheit. Schau mal nach Köln, wo man dir ins Gesicht lacht, sich am 11.11. zum Karnevalsauftakt trifft und Fußballspiele mit 50000 Zuschauern zwischen zwei Provinzvereinen stattfinden. Liebes Virus, auch wenn die Kölner dich aktiv unterstützen, du wirst sie nicht alle kriegen. Et hätt noch emmer joot jejange.

    Special greetings to my boostered friends in Cologne!


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  • Wenn ihr hier mal rauskämt, wüsstet ihr, dass es viele bessere Orte gibt. Aber da kennt ihr keinen, hier kennt ihr jeden.Das ging doch schnell. Auf allen möglichen Kanälen wird nun Hendrik Wüst als neuer Ministerpräsident von NRW gehandelt.

    Eine liebe Freundin, die eigentlich nie CDU wählen würde, hatte mir vor Jahren mal erzählt, dass sie dennoch Hendrik Wüst wählen würde, weil sie ihn in Bocholt als sehr kompetent erlebt hätte. Ihr Wort in Gottes Ohr. Der Mann ist Verkehrsminister und in Rhede geboren, hat am Euregio-Gymnasium in Bocholt Abitur gemacht. Deshalb möchte ich ihn persönlich verantwortlich machen für so manche Chaos-Kreuzung in Bocholt. Das wäre auch mal einen Blog-Eintrag wert. Leute, baut die riesigen Kreisverkehre doch dahin, wo es sich staut wegen der bescheuerten Ampelschaltungen und Straßenführungen, nicht dorthin, wo kein Auto fährt.


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  • Die Ergebnisse der Wahl sind nicht sonderlich überraschend, na ja, vielleicht doch, dass die SPD überall als Siegerin hervorging, wo ein Land- oder Bundestag gewählt wurde. Berlin? Wassisslos mit dir?

    So vergeht der Ruhm der Welt.Überraschend fand ich allerdings, dass Armin Laschet sich nach den ersten Prognosen und Hochrechnungen aufplusterte und meinte, er könnte jetzt Kanzler werden. War doch klar, dass er hinter verschlossenen Türen eins auf die Nase bekäme und sich heute auch keiner aus der eigenen Partei mehr den Mund verbieten ließe. Was ist los mit dem Mann? Lust am Schmerz oder verzweifelter Versuch, irgendwie an irgendeiner Macht zu bleiben? So schlecht kann die Pension doch nicht sein, also nimm sie und genieß den Ruhestand. Wer spricht heute noch von Hannelore Kraft? Hannelore Wer? Eben!

    Love is in the airEigentlich ist die nächste Regierung doch kein Hexenwerk, SPD - Grüne - FDP. Was sonst? Ach so, ja, FDP. Das könnte sich ziehen. Beliebteste Partei bei den Erstwählern. Die sind noch so jung und naiv, das legt sich dann später.

    Ich hätte auch wieder eine Prognose, wer welches Ministerium bekommt, aber das ist zu einfach.

    Die Welt beobachtet Deutschland:

    Pour cause de soirée électorale, les Allemands ont été privés, dimanche 26 septembre, de leur habituel Tatort. Ils n’ont pas perdu au change. En matière de dramaturgie, le spectacle politique auquel ils ont assisté valait bien leur feuilleton policier dominical. Avec même une dose de suspense en plus : alors qu’à la fin d’un Tatort, on connaît le meurtrier,  l’Allemagne s’est couchée, dimanche, sans savoir qui sera son futur chancelier. Le Monde

    Ja sorry, alle vier Jahre muss man halt mal auf den Tatort verzichten. Joe Biden hat sich wohlwollend zu Olaf Scholz geäußert, andere haben ihm gratuliert, einige, z.B. Russland, haben ein Problem mit den Grünen. Aber insgesamt haben sich wohl alle damit abgefunden, dass Angela Merkel nicht mehr zu Besuch kommt.


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  • Die Welt schaut zu.

    26. September 2021, Bundestagswahl, jetzt hat das Elend des Wahlkampfes ein Ende, ab morgen beginnt das Elend der Regierungsbildung. Beides nicht gerade von Visionen und Kompetenz getragen, Ausnahmen* bestätigen die Regel.

    Einen Moment lang entstand der Eindruck, als wären die Deutschen doch bereit, mal was zu wagen, eine junge grüne Frau zur Kanzlerin zu machen, sehr zum Entsetzen der alten weißen Männer. Aber dann hat sie es einfach mal eben selbst versemmelt. Bei einigen Auftritten hatte ich auch den Eindruck, als wäre ihr Transparenz eher unangenehm, spontane Fragen auch von Medien wie dem ZDF beantwortet sie nicht, lieber vorher was zurechtlegen. Bei den Triells, von denen ich zwei gesehen habe, kam sie zumindest besser rüber als Armin Laschet*, aber das ist nicht so schwer. Von wegen, Omis machen wieder ihr Kreuz bei der CDU, ich weiß von Omis, die das wegen Laschet zum ersten Mal nicht machen.

    Qual der WahlMeine persönliche Wahlprognose: Scholz wird Kanzler mit Baerbock als Vizekanzlerin. Ab da wird es kniffelig. Mit den Linken dürfen sie nicht, weil die ja die NATO nicht so toll finden und eigentlich auch gar nicht regieren wollen. Mit der FDP wollen sie nicht und die wollen nicht mit den Grünen und eigentlich wollen sie auch gar nicht regieren. Aber einer muss es ja machen, sonst bleibt die CDU, und die soll nicht und will eigentlich auch gar nicht regieren, sonst hätten sie Söder zum Kandidaten gemacht. Nicht dass der irgendwas besser könnte, aber er kann besser so tun als ob.

    Die 5%-Hürde verhindert andere Konstellationen, sinnvoll ist sie auch nur in den Wahljahren, wo die FDP es nicht rüber schafft. Wie wäre es mit 2 oder 3%? Sich heute immer noch auf die Weimarer Republik zu berufen ist doch an den Haaren herbeigezogen.

    Auf meinem Wahlzettel, den ich dank Briefwahl frei Haus bekam, hatte ich 27 Parteien zur Auswahl, darunter auch eine Partei, die von einem ehemaligen Studierenden mitbegründet wurde, der als Spitzenkandidat aufgeführt ist. Aber so gern ich lange und gesund leben möchte und den jungen Mann echt sympathisch finde, so wenig möchte ich eine Ein-Themen-Partei mit null Chancen wählen. Sorry Tim!

    Mal sehen, mit der Zeit kratzen doch ein paar sonstige Parteien wie VOLT und DIE PARTEI an den 5%, ich würde es der PARTEI sehr wünschen, in den Berliner Senat zu kommen, ins Europa-Parlament hat sie es schon geschafft, was hervorragend ist, weil Sonneborn gern mal ein paar Wahrheiten ausspricht, die dem Rest der Abgeordneten unangenehm sind. Aber auch er macht öfter dumme Äußerungen und im übrigen ist die PARTEI eher ein Männerverein. Aus eigener Anschauung weiß ich, welche Art von Männern da mitunter unterwegs ist.

    Der Wahl-o-Mat meinte übrigens, ich sollte SSW wählen, also den Südschleswigschen Wählerverband, die Partei der dänischen Minderheit, für die die 5%-Hürde nicht gilt, sondern andere Bestimmungen. Na super, ich war in meinem Leben genau einen Tag in Dänemark, wirklich hübsch, aber ich wusste danach nicht, wo all mein Geld geblieben war, obwohl ich mir gar nichts gekauft hatte. Und ich habe die schrägste Wahlwerbung ever im Fernsehen gesehen, bei der ich nicht sicher war, ob sich Dschingis Khan mit der AfD verbündet hatte. Ich war völlig fasziniert und am Schluss stellte sich heraus, dass es der SSW war. Was habe ich wohl falsch eingegeben im Wahl-o-Mat? Ich kann die Nordmänner hier im Westen überhaupt nicht wählen.

    *Das Maximaleinkommen ist die beste Idee überhaupt. Auch 100 Millionen wären ok, da bliebe immer noch eine Menge übrig für schön sanierte Schulen mit grünen Park-Schulhöfen, wohlriechenden Toiletten, iPads für alle Kinder, ganz viel Knete für Lehrerinnen und kleine Klassen, weil dann wieder mehr Menschen Lehrer werden würden. Ja, man könnte auch sonst viel Gutes tun, man wird ja wohl noch träumen dürfen.

    *Zu blöd zum Wählen


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  • Am 10. Dezember wird Georg Stefan Troller 100 Jahre alt, mein liebster Paris- und Frankreichkenner. Gestern las ich in seinem "Pariser Journal" herum und stieß auch auf Jean-Paul Belmondo, der am 6. September mit 88 Jahren gestorben ist.

    Im 6. Kapitel "Pariser Gespräche" gibt Troller einige skurrile Gespräche von Parisern wieder, über die er sagt, sie seien von allen Stadtbewohnern diejenigen, die einen am schnellsten auf die Palme bringen würden.

    Café Fouquet's. Ein Duzend Filmproduzenten sitzen trotz der Hitze in Kamelhaarmänteln.
    Der erste Kamelhaarmantel: Ich habe Belmondo aufgerissen und mache einen Abenteuerfilm, in dem er einen jungen Gangster spielt.
    Der zweite Kamelhaarmantel: Ich habe Belmondo aufgerissen und mache einen Abenteuerfilm, in dem er einen jungen Priester spielt.
    Der erste: Wir beginnen am 1. Mai, und wir haben Belmondo für 9½ Tage.
    Der zweite: Ich beginne am 10. Mai, und wir haben Belmondo für 6¾ Tage.
    Ein dritter Kamelhaarmantel hat zugehört: Ich habe Belmondo aufgerissen und wir beginnen am 18. Mai.
    Alle drei kopfschüttelnd: Der Junge muss schon schwer Geld verdient haben. Er macht jetzt viel mehr Schabbes als früher.

    Jean-Paul Belmondo

     
    Foto Georg Stefan Troller: 

    Jean-Paul Belmondo im Filmatelier - der Hintergrund ist Attrappe. "Ich gebe Ihnen 5 Minuten", warnte er uns, denn dann begann ein Fußball-Länderspiel, und "Bebel" hatte dazu eigens ein Fernsehgerät heranschaffen lassen. (Dieter Sander)


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  • Heute vor 150 Jahren wurde Marcel Proust geboren. 

    Lesefrüchte der 80er Jahre   Geheimnisvolle Vorbesitzerin meines Buches 

    Meine erstes Buch von Proust war antiquarischer Natur, aber seit einer gemeinsamen Geburtstagsfeier mit Hildegard besitze ich eine 2408seitige Gesamtausgabe der Suche nach der verlorenen Zeit. Ein wunderbares Geschenk für meinen Geburtstagszwilling und mich.

    Auf der Suche nach der verlorenen ZeitSpäter bekam ich als Dauer-Leihgabe auch noch zwei dicke Hörbuchpakete von einer anderen Freundin, damit ich bei Autofahrten in Frankreich keine Zeit verliere und mich an Prousts kunstvollen Sätzen erfreuen kann. Ich weiß nicht, wie es kommt, aber in der nordfranzösischen Landschaft wirkt Proust auf mich so richtig lebendig. Den ersten Teil "Combray" hörte ich in der Nähe von Cambrai, vielleicht auf dem Weg von oder nach Douai, wo mein Geburtstagszwilling wohnt.
    À la recherche du temps perdu


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  • Rahel TeamsUnd wieder gibt es einen runden Geburtstag zu feiern, den ich auch tatsächlich mit lieben anderen Menschen zusammen gefeiert habe, wenn auch nur virtuell, aber wir haben angestoßen und es gab sogar ein Festmahl

    Geburtstagstorte für Rahel Heute vor 250 Jahren wurde Rahel Varnhagen als Rahel Levin geboren, gestorben ist sie übrigens an einem 7. März, mein Geburtstag, den  ich mit meiner besten Freundin teile und ab und zu auch mal gemeinsam feiere. 

    Auch nach zwei Jahrhunderten ist Rahel noch bekannt als Briefe- und Tagebuchschreiberin sowie als Salonière, und es werden sogar neue Bücher über sie geschrieben. Ihre Werke (in einem unorthodoxen Sinne) wurden von ihrem Ehemann Karl August Varnhagen gesammelt und nach ihrem Tod veröffentlicht. Heute hätte sie bestimmt einen Blog und wäre präsent auf diversen Social Media. Oder sie würde sich im Gegenteil lieber in der Realität mit interessanten Menschen umgeben, wie sie es in ihren Berliner Salons tat. Vielleicht auch beides. Wahrscheinlich beides. 

     


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