• Was wünscht sich eine Dreijährige zu Weihnachten?Handliches Pferd

    "Ich wünsche mir ein Pony. Ein weißes Pony. Und Schokolade. Kinderriegel."

    Ich: "Schokolade geht klar. Aber das mit dem Pony klappt leider nicht, weil das Pony nicht die Treppen in die zweite Etage hochsteigen kann."

    Nachdenken.

    "Kannst du das Pony nicht hochtragen?"

    Ich: "Das ist mir zu schwer. Aber vielleicht kannst du später mal ein Pony mit einer Wiese bekommen."

    "Ja, gut, ein Pony und eine Wiese."

    Ich: "Aber später erst."

    "OK, später. Einmal schlafen?"


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  • Haben wir jetzt Anarchie? Die gute Sorte natürlich, keine Macht für niemand. Komisch aber auch, dass hier niemand so richtig die Macht will. In anderen Ländern rotten Regierungschefs ihre Bevölkerung aus, um an der Macht zu bleiben, hier gibt es Parteichefs, die entweder sofort oder nach wochenlangem Gehampel und Sondieren jede Regierungsbeteiligung ablehnen. All unsere Sprüche aus dem 70ern und 80ern sind so fresh wie nie. Obwohl ich mir Frauenpower auch immer ein bisschen anders vorgestellt hatte. Die FDP ist so ... wie immer, sogar sexy Lindner verwandelt sich gerade vom Messias zur Spottfigur. Aber der Duden könnte ihn unsterblich machen, indem er das neue Verb "lindnern" aufnimmt. Der andere Messias ist jetzt doch zur Auferstehung bereit, aber wer weiß, ob die Gläubigen das so wollen. Warum fragt er die Mitglieder? Man weiß doch nie, was für ein Quatsch dabei herauskommt, wenn man das Volk befragt.

    Anarchie ist machbar, Herr Nachbar!

     

     


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  • Wachsbleiche BösewichterGerade las ich in der FAZ, dass das Da-Mata-Museum der Stadt Yogyakarta in Indonesien eine Wachsfigur von Adolf Hitler entfernt hat, nachdem das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles dagegen protestiert hatte. Der Tenor des Artikels geht dahin, dass dies eine Verherrlichung sei und besonders schlimm, weil im Hintergrund ein Foto des Vernichtungslagers Auschwitz zu sehen sei.

    Nun sehe ich auch nicht die Notwendigkeit, Wachspuppen von Hitler herzustellen, und schon gar nicht, damit Selfies aufzunehmen. Andererseits sehe ich in der Ausstellung aber auch keine Verherrlichung, und dass man den Kontext des Vernichtungslagers hergestellt hat, spricht eher für einen realistischen Gesichtspunkt. Massenmörder, nicht Held. Die Selfies allerdings sind wahrlich geschmacklos, aber auch die sind wohl eher dem Gruseleffekt als der Verherrlichung geschuldet.

    Allerdings ist das Museum in Indonesien nicht das einzige, das eine Wachspuppe von Hitler ausstellt, ich habe nämlich selbst schon eine in London bei Madame Tussauds gesehen. Die hatte man in einen Raum gestellt mit anderen Politikern, denen man nicht über den Weg traute: Saddam Hussein, Gaddafi, Fidel Castro. Alles ein bisschen halbherzig, Gaddafi stand zum Beispiel neben einem Automaten mit Süßigkeiten. Ich kann mich nicht mehr an alle erinnern, wohl aber daran, dass dort niemand Selfies mit Hitler machte. Aber so lange war ich ja nicht da, an manchen Tagen gab es wohl auch Fotos mit erhobenem Arm. Es gab auch schon Besucher, die die Figur tätlich angriffen, definitiv ist sie mehr als nur ein Stück Wachs.

     

     
     Wachsbleiche Bösewichter

    Was sind aber ein paar Puppen gegen einen ganzen Reichspark?


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  • Heute trifft sich die Crème de la Crème in Wittenberg, das übrigens ganz offiziell Lutherstadt Wittenberg heißt, wir hatten mal einen Studierenden, der dort geboren war und auf dessen Zeugnis das so stand.
    Nun haben wir wegen des Luther-Jubiläums ausnahmsweise einen deutschlandweiten Feiertag am Reformationstag. Und dann kommt direkt Allerheiligen, leider alles in den Herbstferien.
    AbweichlerGestern war im Lebensmitteleinzelhandel eine kleine Generalprobe fürs Weihnachtsgeschäft, allerdings in Bocholt noch ziemlich erträglich, da man ja problemlos in den nächsten Tagen die holländischen Supermärkte stürmen kann. Zwar sind die Niederländer überwiegend protestantisch, aber die Supermärkte sind dort auch Sonntags geöffnet und überhaupt hat man zwischen Pfingsten und Weihnachten keine gesetzlichen Feiertage. Ob wir sie wohl ausbremsen, weil die Lastwagen nicht fahren dürfen an unseren Tagen? Jetzt hatten sie bloß den Montag und müssen schon wieder zwei Tage pausieren.
    Ich habe kürzlich mal gelesen, wie schwierig es für LKW-Fahrer ist, für ihre gesetzlichen Pausen einen freien Rastplatz zu finden, es werden ja immer mehr. Ich konnte mir das nicht praktisch vorstellen, bis ich auf dem Weg von Nordfrankreich nach Hause an die deutsch-holländische Grenze hinter Venlo kam. Dort standen die LKW wie im Stau hintereinander auf einer kilometerlangen Spur. Auf dem nächsten Rastplatz in Deutschland wollte ich Pause machen, den Plan ließ ich aber direkt fallen und war froh, mich irgendwie zwischen den überall geparkten LKW durchschlängeln zu können, um überhaupt wieder rauszukommen. Sogar hinter dem Parkplatz standen noch welche auf dem Standstreifen, im Dunklen ist das echt beklemmend.

    Aber dafür kann Luther nichts. Ich würdige seine kreative Bedeutung für die deutsche Sprache, ansonsten ist er mir nicht einmal sympathisch. Auch Goethe machte sich über ihn lustig:

         Es war eine Ratt’ im Kellernest,
         Lebte nur von Fett und Butter,
         Hatte sich ein Ränzlein angemäst’t,
         Als wie der Doctor Luther.
         Die Köchin hatt’ ihr Gift gestellt;
         Da ward’s so eng’ ihr in der Welt,
         Als hätte sie Lieb’ im Leibe.

    Aldi in LaonNach diesem Feiertagsmarathon lässt der Einzelhandel denn auch alle Hemmungen fahren und läutet schamlos das Weihnachtsgeschäft ein. Über die seit September erhältlichen Stollen, Lebkuchen, Dominosteine und Schokoladensantas habe ich mich schon oft klagend ausgelassen, aber seit gestern (nach meiner Wahrnehmung, es kann aber auch schon früher passiert sein) wird in der Fernsehwerbung ganz frech behauptet, nun habe die Weihnachtszeit begonnen und man müsse sofort Geschenke kaufen. Die zu beschenkenden Kinder, Ehefrauen und -männer, Freunde und Verwandten können schon mal die Bleistifte spitzen und ihre Wunschzettel ausfüllen. An Ideen, welchen sinnlosen Schnickschnack man konsumieren könnte, fehlt es natürlich nicht. Was ich bisher nicht sehen konnte, war Werbung für Bücher. Gut, auf Werbekampagnen von Amazon und Thalia kann ich auch gern verzichten, ohnehin kaufe ich meine Bücher in lokalen Buchhandlungen, die leider auch nicht immer auf der Höhe der Zeit sind, so die Kranenburger Buchhändlerin Breuckmann, die ihre Poststelle mit Buchhandlung so attraktiv gestaltet hat wie eine Garage und auch nicht im Internet zu finden ist. Nur mit meinen Weihnachtsgeschenken wird sie wohl kaum überleben.

     

     

     


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  • Laon: Blick nach untenEs war eigentlich keine Absicht, aber auf meiner kleinen Reise im Norden Frankreichs haben sich meine Wege doch einige Male überschnitten mit denen, die Victor Hugo im Jahre 1835 wählte, als er u.a. auch Laon, La Fère und Abbeville besuchte, so wie ich. Gare de Laon

     

    Einige Eindrücke seiner Reise konnte ich durchaus nachvollziehen, so zum Beispiel die Bewunderung für die Stadt Laon, in der ihm alles gefiel außer seinem ranzigen Hotel, in dem er schlecht gegessen hatte und dem Wirt ein Gedicht auf der Wand hinterließ. Plat pricipalDas Hotel "La Hure" (nein, nicht was man jetzt denkt, hure heißt Tierkopf, Schweinskopf) hat logischerweise auch nicht den Lauf der Zeit überstanden, an meinem Ibis hatte ich dagegen nichts auszusetzen, obwohl es nicht in der schönen Altstadt liegt. Man konnte dort sogar gut und günstig essen, nicht nur Automatensnacks. Einen anderen Vorteil, den ich genießen konnte, war der Wagen, der mir immer zur Verfügung stand, wogegen Hugo sich in seinen Briefen beschwerte, dass er manchmal nur mit Schwierigkeiten einen bekam. Deshalb konnte ich wie Hugo aufs Geratewohl reisen, ohne jedoch lange Dessert im Relais CharlemagneFußmärsche auf mich zu nehmen: Je voyage fort au hasard, faisant quelquefois de bons bouts de route à pied et trouvant des voitures à grand’peine. (En voyage, tome II (Hugo, éd. 1910)/France et Belgique/A/8)

     

    Wie Hugo gefällt auch mir die Stadt Laon ausnehmend gut:

    Laon by nightJ’ai quitté Laon ce matin, vieille ville avec une cathédrale qui est une autre ville, dedans ; une immense cathédrale qui devait porter six tours et qui en a quatre, quatre tours presque byzantines à jour comme des flèches du seizième siècle. Tout est beau à Laon, les églises, les maisons, les environs, tout, excepté l’horrible auberge de la Hure j’ai couché et sur le mur de laquelle j’ai écrit ce petit adieu :
    à l’aubergiste de la « hure ».

    Vendeur de fricot frelaté.
    Hôtelier chez qui se fricasse
    L’ordure avec la saleté,
    Gargotier chez qui l’on ramasse
    Soupe maigre et vaisselle grasse
    Et tous les poux de la cité.
    Ton auberge comme ta face
    Est hure pour la bonne grâce
    Et grouin pour la propreté !

    Il faut te dire que l’aubergiste est insolent par-dessus le marché. Il vous fait manger du poulet crevé et vous rit au nez, le drôle.

    Me voici maintenant à La Fère et je t’écris en attendant un déjeuner tel quel que je vais partager avec trois faces stupides et campagnardes. Il y a des chasses peintes sur le mur de l’auberge. J’ai remarqué que cela est de mauvais augure. Cela veut dire qu’on n’aura pas d’autre gibier qu’en peinture.

    CathédraleVoici, j’espère, mon Adèle bien-aimée, une longue lettre. Je compte sur de bien longues lettres de toi aussi, sur des descriptions de tout ce qui t’arrive, de tout ce que tu vois, de tout ce que tu fais. La prochaine fois j’écrirai à notre chère petite Poupée. Il faut qu’elle m’écrive en attendant. Serre bien pour moi la main de ton excellent père, qui se sera retrempé dans sa Bretagne, et que j’aime comme tu sais.

    Adieu, mon pauvre ange, on m’appelle pour déjeuner, j’ai à peine le temps de terminer cette lettre. Mille amitiés à nos amis. Dis-leur combien je suis à eux du fond du cœur.

    Et à toi avant tout, mon Adèle.

    V.

    Je pars pour Saint-Quentin j’arriverai ce soir. J’aurai bien de la joie à te revoir, et nos chers petits.Cathédrale de Laon

     

    Nun hatte ich auf der Fahrt nicht nur Victor Hugo an meiner Seite, sondern auch Marcel Proust, denn eine liebe Freundin hatte sich die Suche nach der verlorenen Zeit als Hörbuch angeschafft und mochte Prousts Stil und Inhalte dann doch nicht, weshalb ich diese umfangreiche CD-Sammlung als Dauerleihgabe bekam. Den ersten Teil habe ich schon einmal mit auf die Reise nach Frankreich genommen, nun hatte ich den zweiten Teil der Guermantes dabei und konnte stundenlang in geistreichen Anspielungen auf Kunst, Literatur, Architektur und Gourmandise schwelgen.Nouvelle ville Sogar mein Lokalpatriotismus wurde bedient, da Proust Kleve einige Male erwähnt. Auf Victor Hugo geht er sogar ziemlich ausführlich ein. Sicherlich habe ich nicht so gut gespeist wie der Duc de Guermantes, aber auch nicht so schlecht wie Hugo in Laon. Im Relais Charlemagne in Samoussy, wo unsere Tagung zum 20jährigen Bestehen der Varnhagen Gesellschaft stattfand, aßen wir sogar sehr gut und mit dem Segen des Gault Millaut.


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  • Armer AbelardVor ungefähr vierzig Jahren war ich zum ersten Mal in Laon in der Picardie, damals einfach nur aus Zufall.

     

     

     

    Aber ich mochte die schöne mittelalterliche Oberstadt mit ihrer gothischen Kathedrale.

     

     

     

     

    Seitdem ist Laon so ein bisschen ein Sehnsuchtsort für mich, quasi mein Carcassonne in Reichweite einer Autofahrt. Diesmal war ich nicht allein und hatte sogar eine Führung, bei der ich so ganz nebenbei und wieder mehr zufällig viele enge Gassen entdecken konnte. Leider wurde vor einiger Zeit die POMA, die berühmte Seilbahn zwischen Ober- und Unterstadt, gegen den Protest der Bürger für immer abgestellt, auch der Gemüseaufzug aus früheren Jahrhunderten rostet leise vor sich hin. Dabei finde ich beide viel charmanter als den Transport über die Serpentinenstraßen.


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  • If thou shalt sleep, thou shalt not dread; thou shalt rest, and thy sleep shall be soft Heute Nacht bekommen wir die verlorene Zeit zurück, die Uhren werden um 3 Uhr auf 2 Uhr gestellt. Offensichtlich keine große Sache, aber man kann eine daraus machen. Wie jedes Jahr berichtet die deutsche Presse von schlimmem Leiden, besonders Frauen sollen betroffen sein, von dereguliertem Biorhythmus, der, kaum hat er sich wieder erholt, Schlaflos in den Winterdurch die nächste Sommerzeit erneut aus der Bahn geworfen wird. Die FDP will seit Jahren die Sommerzeit abschaffen und bringt das Thema sogar in die Koalitionsverhandlungen ein. Noch ein Grund, die nicht zu wählen. Sommerzeit abschaffen? Schafft doch einfach die Winterzeit ab!

    In Frankreich gab es die Sommerzeit lange vor Deutschland und anscheinend klappt das da mit einer simplen Information und einer Stunde früher oder später aufstehen.


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