• 5. Januar - Fire and Fury

    Es ist hinlänglich bekannt, dass Skandalisierung, Zensur oder der Versuch von Zensur Büchern zu großem Erfolg verhelfen können. Genau das geschieht gerade mit dem Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" von Michael Wolff. Es sollte am 9. Januar veröffentlich werden, wogegen das Weiße Haus heftigen Widerstand leistet, Anwälte losschickt und Trumps alten Kumpel Bannon in die Zange nimmt. Um einer einstweiligen Verfügung gegen das Buch zuvorzukommen und wohl auch, um den Hype verkaufsfördernd zu nutzen, hat der Verlag gestern verkündet, das Buch sei bereits am 5. Januar verfügbar. Guter Zug, der den König direkt schachmatt setzt.

    Unter DruckIch habe gestern mal auf Amazon nach Preisen und Verfügbarkeit geschaut, da gab es zur Vorbestellung für den 9.1. schon die gebundene Ausgabe, eine Taschenbuchausgabe, ein Hörbuch und ein E-Book. Heute kann man das alles kaufen und ich habe eines meiner Audible-Guthaben genutzt, um mir das Buch herunterzuladen. Das ist nun auf dem Markt, egal, was Trumps Anwälte später noch erreichen sollten. Und es verkauft sich ziemlich gut, im Kindle-Shop sowie im Bookstore  ist es schon Bestseller Nr. 1.
    Die intimen und persönlichen Einblicke sind doch immer noch die süffigsten und interessieren das Publikum am meisten, wie man zum Beispiel am Erfolg der zunächst verbotenen Veröffentlichung der Briefe Alexander von Humboldts an Karl August Varnhagen im Jahre 1860 sehen kann.

    Der ganze Skandal ist nachzulesen bei Nikolaus Gatter: "Impietät, Indiscretion, Scandalsucht und Frivolität." Ludmilla Assings "Veröffentlichungen aus dem "Nachlaß Varnhagen's von Ense.", in: Literatur als Skandal: Fälle - Funktionen - Folgen, hg. von Johann Holzner und Stefan Neuhaus, 2007, S.224-234.
    Das Buch kostet 110 €, ist also mehr was für Bibliotheken, aber man findet es auch auf Google Books, von genanntem Aufsatz fehlen dort nur wenige Seiten, eine Lektüre lohnt sich auf jeden Fall.

    Wolffs Verleger Henry Holt würde sich sicherlich dem Toast auf Heinrich Brockhaus anschließen, man möge noch viele Bücher verlegen, die in Preußen für einen Tag verboten würden.

     

     


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  • Commentaires

    1
    Conoisseur
    Vendredi 5 Janvier à 17:56

    Kleiner Tip: Nikolaus Gatter übersetzte auch das sehr amüsante Buch von Michael Wolff: "Burn Rate - How I Survived the Gold Rush Years of the Internet", - passt doch.

    2
    Vendredi 5 Janvier à 18:32

    Könnte dieser begabte Autor und Übersetzer sich nicht den Auftrag für die Übersetzung des neuen Buches an Land ziehen und gutes Geld kassieren, da es sich nun so gut verkauft?

     

    https://www.amazon.de/Goldrausch-%C3%9Cberleben-wilden-Welt-Internet-Business/dp/B008YWH4EQ/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1515173730&sr=1-1

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