• Die unendliche Weihnachtsgeschichte

    Darauf warte ich schon seit September: Endlich ist Weihnachten vorbei.
    Ich habe überhaupt nichts dagegen, dass man mich als Grinch bezeichnet, aber das trifft es in Wahrheit nicht. Ich mag Weihnachten, aber eben in Normalmaß und eben nur zu Weihnachten, und das bekommt man nicht, nie, und wenn man noch so grinchig daran arbeitet.

    In der WeihnachtskäsereiWas kann man allein schon dagegen tun, dass bald nach den Sommerferien die Stollen, Dominosteine und anderes Weihnachtsgebäck in den Läden ausliegen? Man kann sie dort liegenlassen, genau das tue ich auch, denn mit dem ersten Stollen im September ist schon der weihnachtliche Charme dieses Gebäcks gestorben.

    Im Oktober werden dann die Aufbauten für die Weihnachtsbeleuchtungen der Städte installiert, bald danach die ersten Riesentannen gefällt und unter viel Hallo auf Marktplätzen aufgestellt. Da sind noch nicht einmal die letzten Blätter von den Laubbäumen gefallen.

    Frankfurter HauptbahnhofAb November dreht der Wahnsinn dann seine Runden immer schneller. Inzwischen hat jede größere Stadt mehrere Weihnachtsmärkte, aber auch jedes Dorf, jeder Der Geist der Weihnacht schwebt über den Wassern von Moylandgrößere Park, jedes Einkaufszentrum, sogar mancher Bahnhof hat einen Weihnachtsmarkt. Gern von November bis Januar. Spätestens da sollte jeder wissen, dass dieses Weihnachten den Zweck hat, möglichst viel Geld zu verdienen, viel Glühwein in sich zu schütten und traditionsreiches Fastfood zu verzehren.

    Nun gut, das ist nichts Neues, aber die Intensität steigt, und auch die Zahl der Vorweihnachtsfeiern. In diesem Jahr hatte ich in der Woche vor Heiligabend ein Weihnachtskaffeetrinken mit Kolleginnen, ein Wichtelfrühstück mit meiner Klasse und ein Abendessen mit dem Kollegium. Das war alles sehr nett und hat Spaß gemacht, allerdings hatte ich in der gleichen Woche noch zwei Konferenzen und im Dezember diverse andere schulische Veranstaltungen. Früher verband ich Weihnachten mit Ruhe und Besinnlichkeit, Kartenschreiben,  Backen und Dekorieren, heute mit vollgestopften Terminkalendern und sinnlosem Stress.

    Schloss MoylandIn diesem Jahr war ich auf zwei Weihnachtsmärkten, nämlich auf dem Kunsthandwerkermarkt von Schloss Moyland, wo ich alle kleineren Geschenke gekauft habe, und auf dem Weihnachtsmarkt am Frankfurter Römer. Der liegt übrigens beidseitig einer Hauptverkehrsachse und bietet nach meinem Frankfurter RömerEindruck keinen Schutz gegen Irre, die in die Menschenmenge fahren wollen. Aber vor dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt habe ich nicht so genau darauf geachtet, ob es irgendwelche Hindernisse in Form von Pöllern gab.

    Bœuf bourguignon mit SelleriepüreeIn meiner Familie hatten wir Weihnachten doch gut im Griff. Geschenke nur für die jüngeren Generationen und je eine kleine und eine große Feier mit der ganzen Familie. Also Heiligabend und dann nochmals 1. oder 2. Weihnachtstag. Und so war es Weihnachten auch diesmal. Nettes kleines Essen am 24. Dezemnber, nettes großes Essen am 26. Dezember.

    Und wie jedes Jahr nehme ich mir vor, dass ich es im nächsten Jahr dabei belassen werde. Dem Septemberstollen habe ich längst abgeschworen, Glühwein verträgt sich nicht mit Autofahren, und Reibekuchen und Würstchen im Gedränge sind auch nicht der Gipfel der Kulinarik. Soll ich jetzt schon mal alle Weihnachtstreffen absagen?


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