• Amies et Amis - Freundinnen und FreundeGrößer als erwartet und bei strahlendem Sonnenschein fand heute der Klever Bücherbummel statt. Gleichzeitig war in der Stadt verkaufsoffener Sonntag, was riesige Menschenmengen und besonders Autos mit gelben Nummernschildern anzog. Und es war ziemlich viel Polizei unterwegs, bestimmt wegen der gelben Nummernschilder. Oder um das Parkplatzchaos zu überwachen. Parkplätze gab es eigentlich nicht mehr, aber wer sich auskennt, findet immer noch ein verstecktes Plätzchen. Ausnahmsweise hatte ich mal Ortsvorteil und parkte ganz in der Nähe der Herzogstraße, wo der Bücherbummel begann. Als ich in den 80ern und 90ern in Kleve wohnte, war die Herzogstraße eine intellektuell-alternative Einkaufsstraße mit Buchladen, Bioladen, Holzspielzeug, naturgefärbten Klamotten, Kunst, Möbel, Pflanzen, Antiquariat etc. Viel ist leider nicht davon geblieben, in einer Unistadt wäre die Herzogstraße mit ihren ausgefallenen Läden und Jugendstilhäusern ein Hit gewesen.

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeBei den Ständen gab es die übliche Mischung von abgebrühten, unfreundlichen und teuren Superprofis sowie freundlichen, günstigen Buchhändlern, die auch mal einen Plausch halten und mit sich handeln lassen. So bekam ich diverse Jahrgänge Kalender für das Kleverland zu einem Euro pro Stück, weil ich alle neun nahm, die noch da waren. Drei Stände weiter meinte jemand, für die gleichen Bände 17 Euro verlangen zu können. Der saß aber am Schluss auch noch auf seinen Stapeln.
    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeIch will jetzt nicht alle Einkäufe aufzählen, aber der Klever Boss Verlag konnte mich mit seinen Sonderpreisen für druckfrische Bücher rundum glücklich machen.
    Das Sahnehäubchen auf meinem Glück war dann ein Eis aus meiner Lieblingseisdiele seit Schülerzeiten, und definitiv habe ich nie besseres Pistazien- und Malagaeis gegessen. Neben der Eisdiele wuchsen übrigens reife Apfelsinen, das Klever Klima eben.Amies et Amis - Freundinnen und Freunde

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    Nichts ist, was es scheint. Die Feuchtgebiete sind ein Biotop, die Schlagzeugerin wirkt in der Vergrößerung doch arg maskulin.


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  • Amies et Amis - Freundinnen und Freunde

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeLeider habe ich nicht sehr oft die Gelegenheit, mich an Kultur erfreuen zu können. Einerseits ist das kulturelle Angebot im Westmünsterland eher dürftig, andererseits arbeite ich jeden Abend und habe Glück, wenn mal etwas am Freitag stattfindet. So war es mir gestern möglich, Brechts "Leben des Galilei" im Stadttheater zu sehen, eine durchaus gelungene Inszenierung der Landesbühne Rheinland-Pfalz. Der Inhalt des Stückes ist bekannt, sonst sollte man es wirklich lesen oder anschauen. Dazu will ich mich hier nicht weiter auslassen. 
    Da in der Klasse 11 ein Wissenschafts-Drama auf dem Programm steht, war das Theater gut gefüllt mit jüngeren Schülern, außerdem Lehrern, pensionierten Lehrern und Lehrerkindern.
    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeBühnenbild und Kostüme wirkten ziemlich gediegen, eine Augenweide waren die Kardinäle mit ihren roten Kleidern und Papst Barberini, der auf der Bühne ganz in Weiß angekleidet wurde. Schade, dass Kleider bei Männern - außer natürlich im Vatikan - weitgehend  aus der Mode gekommen sind. Kardinal Bellarmin als Vertreter der Heiligen Inquisition sah ziemlich knusprig aus, natürlich war der Schauspieler sehr attraktiv, aber das strahlende Rot der Robe verstärkte den Effekt. Ich mag es ja auch, wenn Benedetto mit roten Schuhen und tuntigen Hüten herumläuft. Er wurde 2007 für die September-Ausgabe des US-Magazins "Esquire" auf die Liste der 23 bestgekleideten Männer gewählt und erhielt für seine roten Schuhe verdientermaßen den Sonderpreis "Accessoire-Träger des Jahres". 
    Besonders liebe ich Felllinis Film "Roma", in dem eine Modenschau mit kirchlichen Gewändern gezeigt wird. Die Welt muss der Kirche folgen, nicht umgekehrt!
    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeNach dem Theater wollten wir noch etwas trinken gehen, konnten uns aber zunächst auf keine Lokalität einigen. Deshalb machten wir eine nächtliche Spazierfahrt durch Bocholt, fanden keine gemütliche Kneipe und irgendwann auch nicht mehr den Weg zurück. Schließlich landeten wir bei McDonalds, und ich muss sagen, dass der Café Frappé Caramel richtig lecker ist. Natürlich war uns klar, dass wir jede Menge Schüler treffen würden, sowohl vor als auch hinter der Theke. Und so war es denn auch, am Montag hat die S3c dann wieder Gesprächsstoff, und Ebru wird sicher verbreiten, dass Lehrerinnen nach Mitternacht bei Mäcces sitzen.

     

     

     


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  • Amies et Amis - Freundinnen und FreundeWas wäre besser geeignet für einen heiligen Sonntagnachmittag als eine kleine Wallfahrt? Klein heißt hier in der Regel nach Kevelaer, wo man sich in bester Gesellschaft mit Papst Johannes Paul II und Mutter Theresa befindet, die Kevelaer 1987 besuchten. Und eine Wallfahrt macht man nicht gern allein, also fragte ich mal wieder A., ob sie Lust hätte auf eine Spazierfahrt. Hatte sie.

    Heute war in Kevelaer verkaufsoffener Sonntag, aber ist es das nicht immer? Trotzdem war extrem viel los, aber das ist vielleicht auch immer so, wegen kleiner Wallfahrt am heiligen Sonntag.

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeEine höhere Macht hielt schützend ihre Hand über uns, so fanden wir sofort einen Parkplatz, bekamen ein Parkticket geschenkt und waren direkt im Zentrum, wo wir mit einem Solokonzert begrüßt wurden. Ok, am Casting könnte die höhere Macht noch arbeiten, die Stimme des Sängers war grauenhaft.

    Dann besuchten wir das deutsch-niederländische Künstlerdorf am Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte, was so rein künstlerisch auch eher enttäuschend war, aber zu lustigen Missverständnissen Anlass gab.

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeHier zum Beispiel eine postmoderne Krippe, in der Maria eine Burka trägt. Dachte ich zumindest. A. klärte mich auf, dass es Josef mit Bart ist. Aber auch dann ist der Bart eines Taliban würdig. Die richtige Maria trägt übrigens ein Brautkleid und hat Teddybärenohren.

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    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeVerwirrend auch die Darstellung von Tieren. Auf einem Bild mit Hühnern erkennt A.s biologisch geschulter Blick, dass die Hühner Pferdehintern haben. Auf einem anderen glaube ich merkwürdig verfremdete Bergziegen zu sehen, die sich schließlich als Robben erweisen. Die Tücken der gegenständlichen Malerei unter dem Pinsel eines mittelmäßigen Künstlers.

     

    Amies et Amis - Freundinnen und Freunde Nach der Kunstmeile ging es zur Kirchenmeile, im wahrsten Sinne des Wortes. Man könnte in Kevelaer auch von einer Kerzenmeile sprechen. Oder Kitschmeile. Religion scheint mit Kitsch zwanghaft verbunden zu sein. Ich habe jetzt eine Benedetto-Tasse, mal sehen, ob ich mir das Kaffee- oder Teetrinken in der Schule angewöhne, um die Kollegen damit zu begeistern. Später haben A. und ich ausgerechnet, wieviele Päpste in unserer Lebenszeit amtierten. A. kommt gerade mal auf zwei, ich dagegen auf sechs, weil Pius XII zwar 1958 starb, aber erst im Oktober.

     

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     Amies et Amis - Freundinnen und FreundeNachdem wir alle Kirchen in der engeren Wallfahrtszone inklusive der orthodoxen Kapelle abgeklappert und uns an tausend Kerzen gewärmt hatten, wollten wir etwas essen und wählten das Pfannkuchenhaus Hollandia. Dort dann der Gipfel des religiösen Wahnsinns: Pfannkuchen "Arche Noah", serviert mit Gulasch. Ob tatsächlich ein Fleischbröckchen von jedem Tier drin ist, haben wir nicht ausgetestet.Amies et Amis - Freundinnen und Freunde

     


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  • Über geniale Künstler, geisteskranke Mörder, dumpfe Politiker und kritische Geister

    Im Juli 2000 war ich am Ende meines kanadischen Schuljahres ein paar Tage lang in New York. Mehr konnte ich mir kaum leisten, und das Hotel war schon sehr einfach. Aber es lag zentral in Manhattan und ich konnte ziemlich viel zu Fuß besichtigen. Zum Beispiel bei einem Spaziergang am Hudson das World Trade Center, dessen Eingangshalle mit den Palmen wunderschön war. Ein Datum wie heute lässt Erinnerungen aufleben an die Atmosphäre, die mich an dem Tag umgab. Es war Sonntag, die meisten Menschen waren nicht zum Arbeiten dort, sondern genossen die Sonne, nahmen ein Schiff auf dem Hudson, machten Picknick, waren freundlich und fröhlich. Wie ich überhaupt die New Yorker als erstaunlich freundlich empfand, ich kenne das sonst weniger von Großstadtbewohnern.

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeAm letzten Vormittag besuchte ich unter anderem den Sitz der Vereinten Nationen mit seinem Skulpturenpark. Dort steht seit 1988 das Werk "Non Violence" des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd, ein Geschenk des Staates Luxemburg an die UNO. Es ist üblich, dass jedes Mitgliedsland der UNO ein Kunstwerk schenkt, so dass sich hier eine bedeutende Sammlung befindet, meist haben die Werke einen Bezug zum Thema Frieden. Ich weiß nicht, ob man heute noch so frei herumlaufen darf auf dem Gelände, ich konnte es jedenfalls und hatte ein Aha-Erlebnis nach dem anderen. So sah ich auch das Werk "Schwerter zu Pflugscharen" des sovietischen Künstlers Yevgeny Vuchetich, dessen Titel mich in meiner Jugend als Motto der Friedensbewegung begleitet hatte. "Non Violence" von Reuterswärd zeigt eine verknotete Pistole, deren Lauf nach oben gerichtet ist. Eine Kopie sah ich in diesen Sommer vor dem Mémorial de la Paix in Caen. Und wie ich jetzt gelesen habe, hat der Künstler auch Gerhard Schröder eine Replik geschenkt für seine Verweigerung des Irak-Kriegs. Die Skulptur steht im Garten hinter dem Kanzleramt in Berlin, ich frage mich, was Angela Merkel so denkt, wenn sie darauf sieht. Wenn sie überhaupt etwas denkt.Amies et Amis - Freundinnen und Freunde

    Womit ich bei dumpfen Politikern angekommen wäre. Und bei Volker Pispers, dessen Programm "Bis neulich" ich gestern mit einigen Kolleginnen und ihren Männern in der Stadthalle Borken gesehen habe. Ich hätte eigentlich erwartet, dass er auch auf den 11. September Bezug nimmt, denn dazu gibt es einen ziemlich guten Programmteil, das tat er aber genau nicht.

     

     

     

     

     

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeEr führte uns Angela Merkel in voller Schönheit mit allen leeren Worthülsen vor und zog ziemlich böse über die deutsche Gesellschaft und die katholische Kirche her, was im Publikum mitunter zu Unbehagen führte. Im katholischen Borken möchten eben auch kritische Geister nicht so gern von "Kinderfickern" hören.

     

     

     

     


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  • Amies et Amis - Freundinnen und FreundeA un quart d’heure de chez moi se trouvent les villages de Suderwick (Allemagne) et Dinxperlo (Pays Bas). Les deux villages forment une unité malgré la frontière qui passe dans la rue principale. Mais on voit clairement que d’un côté, les maisons, panneaux et boites au lettres sont allemands, de l’autre côté tout a le style hollandais. Mais il y a aussi des points communs comme une maison de retraite pour des retraités allemands et hollandais qui a des bâtiments des deux côtés de la frontière et une salle de séjour dans un pont en verre qui passe au dessus de la rue. Et ils ont une station de police avec des agents allemands et hollandais.

    Mais ce qui me plaît beaucoup plus, c’est leur marché le vendredi après-midi et Amies et Amis - Freundinnen und Freundesoir. Bien sûr les clients sont surtout des allemands qui viennent parfois de loin comme les motards de la Ruhr. Le marché n’est pas grand, mais il a une atmosphère extraordinaire. J’y suis allée ce soir juste pour manger du poisson et acheter du vieux gouda. C’est bien d’y aller très tôt ou très tard, sinon ce n’est pas facile de trouver une place de parking. En plus j’ai fait un tour chez Aldi qui vend des cochonneries qu’on n’a pas chez nous. Voilà ma source de limonade de cassis, d' appelstroop (sirop de Liège), hagelslag et de pindakaas, le beurre d'arachide.

     

     

     

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    Championat du monde à Dinxperlo

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    Eglise de Dinxperlo

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    Marché de Dinxperlo

     


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  • Amies et Amis - Freundinnen und Freunde 

    Guten Morgen, ihr Lieben, einen besonderen Gruß an Kornelia und alle, die nicht freiwillig früh aufstehen oder sich nicht nochmal im Brett umdrehen dürfen.

    Ich habe gleich Englisch und Französisch im 3. Semester, die Klasse ist mit Wechslern und Sitzenbleibern ziemlich angeschwollen und schon sowieso nicht besonders leise, wenn auch sehr nett. Also werde ich sie gleich mal mit allen Fakten der ersten Szene von Tennessee Williams Drama "A Streetcar Named Desire" und dem Aufbau eines Hauses auf Französisch schocken. Wenn dann noch Zeit ist, führe ich mal eben das passé composé ein. Das nenne ich einen ausgefüllten Vormittag. Heute Abend habe ich Klassenleiterstunde im neuen 1. Semster, die Studierenden werden dann mit den Gegebenheiten der Schule vertraut gemacht. Euch allen einen guten Start in diesen Tag!

    Nachlese eines Tage:
    Heute Morgen schon auf dem Parkplatz die ersten Studierenden, die nicht wirklich ins Semester gehörten, einer hatte das letzte Semester nicht geschafft, aber einfach ganz cool mal den Schritt ins nächste gewagt, dazu auch noch selbsttätig einen Wechsel in den volleren Vormittagsbereich vorgenommen. Das machte noch ein anderer, der es vermutlich auch geschafft hat. Begründung: Er würde morgens nicht so oft verschlafen wie abends.
    Mittags habe ich dann Schildchen an die Außentüren geklebt, um das 1. Abendsemester des Abendgymnasiums in den richtigen Raum zu dirigieren. A. warnte noch, dass es im letzten Jahr jemandem gelungen sei, längere Zeit am Gymnasium zu verweilen, obwohl er für die Realschule angemeldet war. Deshalb sollte ich das Wort Gymnasium unterstreichen, aber ich habe natürlich nicht gehört. Und tatsächlich saß auch heute eine Dame in meiner Klasse, trug sich in die Liste ein, auf der sie natürlich nicht stand. Erst die Sekretärin merkte, dass da ein Fehler vorlag. Diesmal hat es also nur einen Block lang gedauert, aber es ist doch immer wieder interessant, dass unsere Studierenden längere Wörter einfach gar nicht bis zum letzten Buchstaben lesen.

    Post von Frau Löhrmann

    Da hat mir doch die Ministerin geschrieben und ich wusste nichts davon, habe den Brief gerade erst auf der Seite des Schulministeriums gesehen. Ich war auf der Suche nach einer Neuerung, die auf einen alten Hut bunte Federn steckt und dafür sorgt, dass unsere Schüler nicht zu schlau werden. Ich meine die muttersprachliche Ergänzungsprüfung, die es jetzt wohl für die zweite Fremdsprache gibt, nachdem sie für die erste Fremdsprache abgeschafft wurde. Und natürlich hatten wir gestern direkt ein paar Kandidaten, denen ich aber nichts weiter geben konnte als ein Anmeldeformular.
    Zurück zum Brief von Frau Löhrmann.
    Der Unterricht muss besser werden, aha, sie weiß auch schon wie: "Dafür muss die Qualität des Unterrichts weiter verbessert werden. Dass hier Handlungsbedarf besteht, zeigen die Ergebnisse der Qualitätsanalyse an unseren Schulen deutlich. Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, leisten den Hauptbeitrag für guten Unterricht. Sie wurden bei der Verbesserung der Unterrichtsqualität in den vergangenen Jahren nicht genügend unterstützt. Deshalb wollen wir das Angebot für die Fort- und Weiterbildung intensivieren, in Teilen neu ausrichten und die Lehrerausbildung an die Anforderungen der Schule der Zukunft anpassen." Ist eine Blume, durch die sie uns sagt, dass wir schlechten Unterricht machen, man uns aber nicht so direkt die Schuld dafür gibt, denn andere Lehrer hat sie ja nicht. Zum Schluss wünscht sie uns einen guten Start und freut sich auf unsere Zusammenarbeit. Ich freue mich auch schon und bin total aus dem Häuschen, wie toll das jetzt wird in NRW.

    Lehrer sind Züge

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeDie Bedeutung dieser wunderbaren Metapher erschließt sich aus den Kommentaren. Während wir in der ersten Woche nach den Ferien noch wie bedächtige Dampfloks über die Schwellen ruckeln, werden wir in den nächsten Tagen an Fahrt gewinnen und über die Gänseblümchen zwischen den Eisenbahnschwellen dahinbrausen, dass es eine Freude ist. Die Fahrgäste mögen sich anschnallen und warm anziehen. Eine Gratisverteilung von Mineralwasser ist nicht mehr vorgesehen, dafür gibt es Arbeitsblätter und Anwesenheitslisten. Weiterhin werden die Bahnkunden regelmäßig auf ihre Fahrtüchtigkeit geprüft und notfalls auch aus dem fahrenden Zug geworfen.


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    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeIhr Lieben, ich bin seit gestern wieder zu Hause und muss heute schon ab 14.30 Uhr arbeiten. Macht aber nichts, da es draußen ohnehin trübetümpelig ist und ich mich auch freue, die Kollegen wiederzusehen und Urlaubsgeschichten zu hören. Eigentlich wollten wir heute Abend nach allen Prüfungen und Besprechungen auf dem Schulhof ein Lehrergrillen veranstalten, aber die himmlische Feuerwehr wird das wohl verhindern. Das Festkomitee hat in seiner Weisheit eine Alternative geplant. Ich weiß nicht, wer den Begriff "Lehrergrillen" geprägt hat, aber in seiner Zweideutigkeit sorgt er immer wieder für gute Laune.

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeMir geht es wie Nikolaus, ich habe auf der Reise in die Normandie so viele Eindrücke gewonnen, dass ich eine ganze Weile brauchen werde, sie hier im Blog zu präsentieren und mich dabei wieder an meiner Tour de France zu erfreuen. Außerdem habe ich mir überlegt, für die Studierenden einen Frankreich-Blog anzulegen, ähnlich wie Hildegard für ihre Deutschkurse.Amies et Amis - Freundinnen und Freunde

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeAmies et Amis - Freundinnen und FreundeIch fange mal mit der frischesten Erinnerung an, nämlich der gestrigen Rückreise. Einerseits impliziert das Wort Rückreise für mich schon den negativen Aspekt, zurück aus dem gelobten Land in den Alltag. Andererseits freue ich mich, dass alles so gut geklappt hat, 2120 Kilometer dank meines braven Autos ohne irgendwelche Probleme und Pannen, und dank Navi diesmal auch weitgehend ohne ungeplante Umwege. Ich denke, das Auto hat es verdient, an ein paar schönen Orten fotografiert zu werden.

     Amies et Amis - Freundinnen und FreundeDer Hit aber war die Rückfahrt selbst. Gestern Morgen in Le Tréport bin ich noch mal zu Auchan gegenüber vom Etap-Hotel gefahren, habe frisches Baguette und meine geliebten roulés au fromage gekauft, den Wagen bis obenhin mit günstigem französischen Sprit gefüllt, das Navi auf "Nach Hause" eingestellt und bin losgefahren mit der festen Absicht, in einem Rutsch durchzufahren.

    Und ich habe es geschafft, keine Pause wegen Müdigkeit, Verspannungen oder Harndrang! Was auf meiner Hitliste der Toiletten, die ich nur in extremen Notfallsituationen aufsuche, ganz oben steht, sind nämlich Dixiklos auf Parkplätzen, davor stehen nur noch Plumpsklos in Wäldern, dahinter kommen leider schon ziemlich bald unsere Schultoiletten. Ich bin also im Training, stundenlang nicht aufs Klo zu gehen. (Liebste Hildegard, du wunderst dich, dass ich über Discountläden schreibe, aber ich komme mühelos auch noch unter dieses Niveau, ich habe nämlich vor, über Toiletten zu schreiben, natürlich mit Fotodokumentation.)

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeDie erste Etappe meiner Heimreise, d. h. die Fahrt durch Frankreich, war auch ziemlich angenehm, ich fahre wirklich gern in Frankreich, weil die meisten Fahrer entspannt und rücksichtsvoll sind und der Verkehr einfach fließt, ein Land hat weitgehend die Ampeln abgeschafft und setzt statt dessen auf Kreisverkehr. Ich sehe Hildegard jetzt laut lachen, denn da gab es mal einen Kreisverkehr in Douai, den ich glatt übersehen habe, weil mein Stadtplan noch eine Vorfahrtsstraße vorsah und ich zu spät dieses Vorfahrtsschild bemerkte. Seitdem weiß ich, dass im direkten Vergleich zwischen VW und Renault auch bei niedriger Geschwindigkeit ein VW Golf einen größeren Renault übel zurichten kann und dabei selbst noch fahrtüchtig bleibt. Mein einziger Unfall bisher (mein einziger selbstverschuldeter, letztes Jahr hat mich jemand kurz vor Weihnachten vor dem Borkener Kreisverkehr angefahren) und ich bin echt nicht stolz auf mich, aber zum Glück ist keinem etwas passiert und ich habe seitdem keinen Kreisverkehr mehr ignoriert, außerdem kündigt mein Navi sie mir auch immer an. Die französische Autobahn ist auch genial, schön leer, weil man bezahlen muss, aber bis zur Grenze hat mich der Spaß ganze 5,70 € gekostet. Und 130 km/h ist eine gute Geschwindigkeit, die man auch mal ein bisschen überschreiten kann, die Franzosen fahren nicht so verbissen.

     Amies et Amis - Freundinnen und FreundeDann kommt die Grenze und für mich die Autofahrerhölle, 1. Teil. Belgien ist echt nicht mein Lieblingsland, obwohl ich da auch schon ein paar schöne Tage verbracht habe, aber im Großen und Ganzen ist es heruntergekommen, schmuddelig, kaputt und pleite. (Wenn mir nach dem Toilettenartikel nichts mehr einfällt, schreibe ich über Belgien.) Auf der belgischen Autobahn ist die Geschwindigkeit auf 120 km/h begrenzt, was nicht wirklich stört, da auch die Belgier nicht verbissen fahren und man auch schon mal mit 125 mitschwimmen kann. Aber die Straßen sind marode, ob die Schlaglöcher bei Nacht immer noch gut beleuchtet sind, weiß ich nicht, das hat mich in jungen Jahren immer total beeindruckt. Nur die Belgier sind schlechte und rücksichtslose Autofahrer, natürlich nicht alle, aber es fällt mir auf. Unmotivierte und unangekündigte Spurwechsel, sowohl bei voller Fahrt als auch im Stau, Drängeln und Anhupen sind ganz normal. Und dann mein Lieblingsstau vor dem Kennedytunnel in Antwerpen. Die einzige Maßnahme besteht darin, auf großen Leuchttafeln anzukündigen, wie lange man stehen wird. Auf der Hinfahrt stand da 49 Minuten, und so lange hat es auch mindestens gedauert. Nur war es so, dass im Tunnel urplötzlich der Verkehr rollte und hinter dem Tunnel die Straße völlig frei war. Der Stau vor dem Tunnel war also ein Mysterium, das die anwesenden Belgier gebührend feierten, indem sie kreuz und quer im Stau die Spur wechselten. Ich vermute, ganz Belgien ist ein Langzeit-Experiment der Chaosforschung. Auf der Rückfahrt hatte ich nur 11 Minuten Stau in Antwerpen, das war echt nicht schlecht. Nur erlitt mein Navi, das mich in Frankreich auch in den kleinsten Käffern noch getreulich durch die winzigsten Kreisel geleitet hatte, plötzlich mitten auf gerader Strecke einer Autobahn eine Art Hirnschlag. Es tillte völlig aus, konnte sich nicht mehr orientieren, begann immer wieder neue Berechnungen und zeigte auf der Karte absurde Bilder meines Standorts bzw. der durchfahrenen Orte. Mehrfach überquerte mein Auto theoretisch auch größere Wasserflächen. Nach vielen Kilometern und mehreren Neustarts fand es die Orientierung wieder, mir ist aber rätselhaft, wieso es die Satellitenverbindung verlieren konnte. Da es Belgien war, kam mir natürlich der Verdacht, dass das Land gar keine Satellitenverbindung besitzt und ich mich in einem Loch zwischen Frankreich und den Niederlanden befand. Die Theorie muss aber falsch sein, wie sich später herausstellte.

    Besonders übel ist der Gestank in Belgien. Es riecht fast überall nach Rauch, um Antwerpen herum fand ich es auf der Hinfahrt besonders ekelig, da brannte eindeutig Müll. Kann es sein, dass die Jungs ihren Müll direkt auf der Deponie verbrennen? Dass man so flächendeckend ganze Landstriche beduften kann, ist mir nicht anders erklärbar.

    Nach diesen Erfahrungen freute ich mich direkt auf die Autofahrerhölle, 2. Teil, obwohl ich es ja besser weiß. In den Niederlanden muss man auch 120 km/h fahren, aber im Gegensatz zu den Belgiern sind die Holländer ziemlich verbissene Autofahrer, und zwar alle! Es muss an der Angst vor den hohen Bußgeldern liegen, denn niemand fährt tatsächlich 120, alle schleichen deutlich langsamer über die Autobahn, die Radarwarnung meines Navis kommt kaum zur Ruhe und von Verkehrsfluss kann keine Rede sein. Tempomat auf 120 kann da auch nicht helfen, denn man muss ja dauernd langsamer werden, sehr anstrengend, und ich mache diese Erfahrung bei jeder Fahrt durch die NL. Wenigstens sind die sedierten Niederländer nicht so rücksichtslos und undiszipliniert wie die Belgier, aber für gute Autofahrer halte ich sie auch nicht. Es gab mal das Gerücht, dass man früher in den Niederlanden überhaupt keinen Führerschein brauchte. Ich glaube das sofort. außerdem frage ich mich, warum sich die niederländischen Autofahrer so von ihrer Regierung knechten lassen. Hohe Bußgelder, niedrige Geschwindigkeiten, radikaler Einsatz von Parkkrallen, wenig Parkmöglichkeiten, extreme Benzinpreise und Totalüberwachung. Kein Wunder, dass sie sich mal frei bewegen wollen auf deutschen Autobahnen. Übrigens habe ich meine Zweifel, ob die geplante Steuer durch konstante GPS-Überwachung aller Autofahrer funktionieren wird, denn auch in Holland verlor mein Navi zeitweise die Satellitenverbindung, was mir jeweils auf dem Bildschirm angekündigt wurde. Nun weiß ich, woran es lag, aber den Grund konnte ich nicht mal ergoogeln.

    Die vierte Etappe meiner Heimreise begann in Elten auf der A3, so dass ich noch ein bisschen Zeit hatte, mich von Hölle 1 und Hölle 2 zu erholen. Ich will ja gar nicht rasen auf der Autobahn, aber ich will auch nicht die ganze Zeit meinen Tacho überwachen und einen Krampf im rechten Fuß bekommen.

    Amies et Amis - Freundinnen und FreundeWarum nur führt mein Weg ins gelobte Land jedes Mal durch die Hölle? Vielen Dank jedenfalls an meine treuen Weggefährten, mein Auto und mein Navi, sollte ich euch jemals Namen geben, werde ich euch Moses und Aaron nennen. Oder vielleicht Mirjam, denn mein Navi spricht mit einer Frauenstimme zu mir.

     

     

     


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