• Notre-Dame de Paris

    Was für ein Trauerspiel, Notre-Dame in Flammen zu sehen. Aber was für ein Glück, Gebetsnischedass bei dem Brand keine Menschen ums Leben kamen. Gestern, Stunden nach Ausbruch des Feuers, gab es Befürchtungen, dass das ganze Gebäude einstürzen könnte. Auch das scheint nicht zu passieren, obwohl es noch nicht sicher ist, welche Kräfte nachwirken. Gotische Kathedralen sind bauliche Meisterwerke, in denen alle Streben, Bögen, Mauern und diverse Verstärkungen zusammenwirken.

    Notre-Dame im RegenIch war einige Male in der Kirche, auch schon früher, als noch keine langen Warteschlangen vor den Türen standen. Aber wirklich am schönsten Bouquinistesfinde ich Notre-Dame von außen, wenn man am Seine-Ufer spazieren geht oder auf dem Vorplatz steht. Das ist tatsächlich das Herz von Paris, hier ist Paris am schönsten. Die Bouquinisten, die Quais de la Seine, das Quartier Latin, Shakespeare & Company, Gibert Jeune, on retourne toujours à ses premiers amours.
    Dieser wunderbare Anblick wird in den nächsten Jahren so nicht mehr zu sehen sein, mir tut das unendlich leid. Vielleicht hat Macron übertrieben, dass Notre-Dame in fünf Jahren wieder erbaut werden könne, aber mit all dem Geld, das schon am ersten Tag gesammelt wurde, kann man sicher etwas bewegen. Hoffentlich findet man genügend Dombaumeister und Handwerker, die wissen, wie es geht, ohne alles in Beton zu gießen.

     


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  • Küche putzen verboten!Ich liebe es, mir Häuser von Künstlern, Schriftstellern oder anderen Menschen anzusehen, die mir persönlich bedeutend erscheinen. Oft bleibt es beim Blick auf die Außenmauern, aber einige dieser Häuser kann man auch betreten, so wie zum Beispiel das Haus von Monet in Giverny. Dort fand ich die Küche besonders schön, das mag an meiner Begeisterung für Kacheln liegen.

     Cook and paint Keine Kochrezepte   

     

    Fundación MiróIn diesem Jahr konnte ich auch noch die Küche des Malers Joan Miró in Palma de Mallorca sehen, ähnlich wie bei Monet werden Mirós Haus und Garten von einer Stiftung betreut. Anders als Monet jedoch hat er selbst die Fundació Pilar i Joan Miró a Mallorca gegründet, weil ihm zum Beispiel der Gedanke zuwider war, die benachbarte Finca Son Boter, die er später zu seinem Anwesen hinzugekauft hatte, Von dort hat man wenigstens eine schöne Aussichtkönnte abgerissen werden, um dort hässliche Wohnblöcke zu errichten. Das war sehr realistisch gedacht, wenn man sich die Nachbarschaft des Anwesens mit Mirós Wohnhaus  Son Abrines und seiner Werkstatt Sert ansieht. Anders als bei Monet kann man in Palma auch originale Bilder und Skulpturen von Miró sehen, Monets Bilder in Giverny sind ja lediglich Reproduktionen in Öl.

    Werke  Miró und Mallorca 

    Son BoterIn dem schönen alten Gebäude Son Boter arbeitete Miró ebenfalls und hinterließ Zeichnungen an den Wänden, die man heute von der Tür aus betrachten kann, betreten darf man die Räume nicht. Ich weiß nicht, ob Miró die Küche tatsächlich auch als Küche benutzte, aber sie ist als solche durchaus zu erkennen. Bei aller gepflegten Schönheit von Monets Küche würde ich mich aber jederzeit für die Küche von Miró entscheiden, in der man Unordnung hinterlassen, malen und auf die Wände kritzeln darf.


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  • la plus belle cuisine

    Dass ich besonderen Wert auf Küchen lege, kann ich nicht behaupten, der ganze Hype um Einbauküchen und Kochinseln prallt an mir ab, offene Küchen sind mir ein Gräuel. Ja, ich kann kochen und backen, aber mein Computer ist mir doch weitaus lieber als mein Herd. Mein liebstes Teil in der Küche ist die Spülmaschine, während Thermomix und Mikrowellenherd mir nie ins Haus kämen.

    Und trotzdem habe ich behauptet, der wahre Grund, dass ich nochmal zu Monets Haus wollte, sei die Küche. Das war nicht mal gelogen, ich habe noch nie so eine schöne Küche gesehen. Das Esszimmer ist auch nicht übel, diese beiden Räume sind für mich die Highlights in Monets Haus.

    Töpfe polieren wäre auch nichts für mich.  Kachelwunder 
     Kamin  Herd
     Küchentür  Terrasse
     Esszimmer  Traum in Gelb
     warmes Licht beim Essen  Monets Liebe zur japanischen Kunst

    Natürlich weiß man nicht, wie das Wohnzimmer zu Monets Zeiten wirklich aussah, denn heute hängen die Wände voll mit Reproduktionen seiner Bilder. Aber nach alten Fotos zu urteilen, hat man ansonsten doch alles ziemlich korrekt restauriert. Mich hat außerdem beeindruckt, dass bei Monet in fast jedem Zimmer ein Sekretär steht, so muss das sein.

     Couchecke  Sitzecke
     Arbeitszimmer  Chez Monet
     Echte Reproduktionen  In jedes Zimmer gehört ein Schreibtisch.
     Sekretär  rosa Träume
         
         

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  • Wie die Heuhaufen meiner KindheitEin sommerlicher Herbstanfang und ein langes Wochenende um den 3. Rue principaleOktober. Also auf nach Frankreich, um Monets Haus und Garten in Giverny zu besuchen, was ich tatsächlich seit langem vorhatte. Ich war bereits einmal im Frühjahr dort, aber jetzt war die Blumenpracht doch deutlich opulenter. Außerdem hatten wir den ganzen Jardin de MonetSamstag Zeit und besuchten auch noch das Museum der Impressionisten und den Friedhof mit Monets Grab. Das Wollte jemand die Grabplatte klauen?war erstaunlicherweise kein bisschen touristisch aufgepeppt, Claude Monets Grabplatte war sogar  gebrochen und reichlich verwittert.

    regretté de tousSehr touristisch allerdings sind in der ganzen Gegend die Hotelpreise. Wir entschieden uns tatsächlich für das einzige billige Hotel im Umkreis, ein Formule1, und wollten das gesparte Geld in gutes Essen Wie gemalt!und Postkarten investieren. Postkarten haben wir tatsächlich reichlich gekauft und verschickt, das Essen dagegen hätte besser sein können. Immerhin bot das Hotel reichlich Anlass zu Beobachtungen und Mutmaßungen, das Personal verschmolz irgendwie mit dem Zustand des Gebäudes, in dem es tatsächlich auch wohnte. Als mir das bewusst wurde, mochte ich auch nicht mehr fragen, ob ein Abriss geplant wäre. Immerhin war die Dame, die morgens das bescheidene Frühstück organisierte, sehr nett und gesprächig.

    la maisonAm Samstag Morgen machten wir uns also recht früh auf nach Giverny und mussten nicht anstehen. Mittags stolzierten wir dann an einer ziemlich langen Warteschlange vorbei, als wir bei Monet fertig waren. le touriste mystérieuxEigentlich fand ich den Ort auch nicht überlaufen, es waren aber viele asiatische Touristen dort, Chinesen, Japaner, vermutlich auch Koreaner. Man kann die Japanerinnen gut erkennen an ihren ausgefallenen Klamotten und der blassen Haut, die Chinesen wirken irgendwie bodenständiger, nicht so elegant. Ildikoo war total fasziniert von einem Mann mit Strohhut, den wir nicht so ganz einordnen konnten, schließlich einigten wir uns auf Japaner, aber an Koreaner hatten wir nicht gedacht. Vielleicht war das die Lösung.

    point de vueEin wunderbarer Spätsommertag mit lustigem Touristenraten, Kartenschreiben und der Suche nach dem idealen Standpunkt für ein Foto, das aussieht wie ein Gemälde von Monet.

     


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  • Schönheit des Verfalls

    Wie schön, Ildikoo hat mir die Absolution erteilt, obwohl ich kein Indoor-Museum so richtig besucht habe. Hiermit erkläre ich Madeira also zum Freilicht-Museum. Den historischen Teil konnte ich mit den Denkmälern abdecken, aber es gibt durchaus auch ein Kunstmuseum. Gibt es wirklich, aber ich meine in dem Fall die alte Beating ArtAltstadt, die zu zerfallen drohte und droht. Zum Glück haben Künstler begonnen, sich der alten Häuser anzunehmen und die Türen von bewohnten und unbewohnten Häusern zu bemalen, besonders in der Rua de Santa Maria. Natürlich alles mit Genehmigung, da ist man ganz brav auf Madeira, ich habe kaum Graffiti gesehen. Heute ist dieser Teil der Altstadt sehr beliebt bei Touristen und Gastronomen. Das könnte ihn retten vor der Neubaumanie.

    Zona Velha  Serviettentechnik  nach der Post schauen 
         
     offener Bücherschrank  come in  Reduktion
         
     schöne Aussicht  13 A  Mr. and Mrs. Smith
         
         

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  • Denkmäler sind eine denkwürdige Sache, die so Geehrten können sich auch meist nicht wehren, genauso wie die Bewohner einer Stadt, die sich inhaltlich oder künstlerisch mit so einem Denkmal nicht anfreunden mögen. Ein Beispiel ist wohl die neue Marx-Statue in Trier. Auch die Büste von Ronaldo am Flughafen ist der zweite Versuch, nachdem die Welt sich über die erste Büste lustig machte und sie wieder entfernt wurde

    NMIch bin Denkmälern gegenüber skeptisch, muss sie mir aber doch meistens ansehen,Nelson Mandela wenn eines am Wege steht. Selten oder wahrscheinlich nie habe ich aber so viele Denkmäler NM Seeseitegesehen wie in Madeira. Manche habe ich nicht verstanden, bei anderen habe ich den Bezug zu Madeira nicht verstanden. Zum Beispiel wurde im Sommer 2018 zu dessen hundertsten Geburtstag ein riesiges Monument für Nelson Denkmal für die Opfer der SklavereiMandela an der Meerespromenade in Funchal eingeweiht, aber die einzige Verbindung scheint zu sein, dass viele Menschen aus Madeira nach Südafrika ausgewandert sind. Das Denkmal ist allerdings wirklich sehr ansehnlich und keine kitschige Statue. Afrikaner werden übrigens mehrfach geehrt, da sich Madeira seiner Vergangenheit als Sklavenhalterregion bewusst ist.

     

    SissiAnders ergeht es der guten Sissi, die auch mal auf Madeira war und nun in einem HotelgartenHabsburger Karl I in der Nähe des Kasinos herumsteht, wo man ihr Blumen ansteckt und Selfies mit ihr macht. Auch der letzte Kaiser von Österreich, Karl I., den man nach dem ersten Weltkrieg ins Exil nach Madeira schickte und der hier starb, hat ein Denkmal neben der Kirche in Monte, wo sein Sarg steht.

    Józef PiłsudskiMan ist hier eben sehr international. Zwei Polen habe ich gefunden, einmal den Papst Wojtyła neben der Kathedrale, dann Marschall Józef Piłsudski, von polnischen Touristen geschmückt mit rot-weißen Bändern. Anders als Karl I., der sich in Madeira eine Lungenkrankheit zuzog, weil ihm das Geld ausging und er in eine feucht-kalte Behausung umziehen musste, wurde der Marschall hier wieder Johannes Paul IIgesund und feierte seinen Namenstag am 19. März, was die Post an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte, als er mehr als eine Million Glückwunschbriefe und -karten bekam.

    Cristoph Kolumbus hat mehrfach Rast gemacht auf Madeira, um auf dem Weg nach Amerika aufzutanken, das bringt ihm neben Straßennamen und einem Berufskolleg natürlich ein riesiges Standbild ein.

    Hier malte ChurchillVon Winston Churchill, der auf Madeira seine Liebe zur Malerei entdeckte, habe ich allerdings kein Denkmal gesehen, nur eine Platte an einer Mauer in Câmara de Lobos , wo er meist mit seiner Staffelei gestanden hatte.


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  • Während Ildikoo sich endlich den Traum erfüllte, nach Emden und an die Nordsee zu fahren, den Pilsumer Leuchtturm zu besuchen und in ostfriesischer Gemütlichkeit zu schwelgen, hatte ich mich für eine Insel im Atlantik entschieden im festen Glauben, dort würde es deutlich kühler sein als in Deutschland, wo dieser Sommer regenlos zwischen 30 und 40 Grad verharrt. Na ja, vielleicht war es ein bisschen kühler und es wehte zuweilen ein Lüftchen, aber eigentlich war es auch auf Madeira heiß. Allerdings war es dort grün und abends zogen Wolken über den Bergen auf, die sich dann während der Nacht in die Levadas ergossen, das ausgeklügelte traditionelle Bewässerungssystem der Insel.

    Best Madeira Wine  Best Champagne  Best postcards 

    Jetzt hat die gute Idikoo sogar ihren Blog mit Bildern aus Ostfriesland versorgt und verlangt von mir, dass ich auch etwas über meine Reise schreibe. Nun denn.

    Quinta bei NachtBest CiderMein Hotel in Funchal war ein altes Herrenhaus, die Quinta Perestrello, zehn Fußminuten vom Stadtzentrum entfernt und zur anderen Seite hin an der Estrada Monumental, wo sich zahlreiche Läden und Restaurants befinden. Dort liegt auch das Hole in One, das zu meinem Lieblingspub wurde, weil es dort so wunderbaren Cider gab.

    Best Irish Pub  Best French Fries   

    Mein erster Abendspaziergang führte die Estrada Monumental hinunter, zuerst an einem kleinen Supermarkt vorbei, der Postkarten für 25 Cent verkaufte, aber auch Champagner für 179,95 Euro. Natürlich gab es auch Madeirawein in diversen Preisklassen und Perrier, die beiden wichtigsten Bedürfnisse konnten also jederzeit gestillt werden. Postkarten und Sprudelwasser, was sonst. Tanz mit Aluhut
    Danach sah ich noch diverse nette Restaurants, in einem gab es Folkloretanz und ich bemerkte zum ersten Mal die traditionellen Trachten mit den eigenartigen Mützen, die aussehen wie bestickte Aluhüte.
    Verpasste GelegenheitDort entdeckte ich auch den Laden, in dem Korktaschen und -täschchen im Angebot waren, leider habe ich mich beherrscht und keine Taschen gekauft, auch später nicht. Am Schluss blieb ich dann beim Cider im Pub hängen. Voilà ma chère, Funchal versus Emden, Atlantik versus Nordsee, Pool versus Watt, Ronaldo versus Otto, il n'y a pas de gagnante.


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