• Tunesien auf WikiLeaks

    Die Amerikaner haben in der Vergangenheit ja gern diktatorische und korrupte Regimes unterstützt und die vertriebenen Diktatoren aufgenommen, die ihnen als Garant gegen Kommunismus erschienen. Ein bisschen haben sich die Zeiten geändert, Ben Ali und seine Familie haben es vorgezogen, sich nach Saudi Arabien zu flüchten, obwohl sie immer als pro westlich galten. Aber der Westen ist nicht so pro Ben Ali, wie er vielleicht dachte. Das liegt daran, dass er und seine Familie das Volk tyrannisiert und ausgebeutet haben, dieses aber nicht nach Islamismus oder Kommunismus strebt, sondern einfach nach Demokratie. Wenn das so bleibt, wird Tunesien vielleicht die erste echte Demokratie in der arabischen Welt, zu wünschen wäre es. Europa und Amerika werden nach Kräften dabei helfen, schließlich haben sie viel investiert, zum Beispiel in Hotels. Ob sie ihren Angestellten dann wohl endlich gescheite Löhne zahlen?

    Auf WikiLeaks kann man ein Dokument von 2008 nachlesen, in dem die amerikanische Botschaft die Korruption und Bereicherung der Familie Ben Alis und seiner Frau beschreibt. Veröffentlicht ist dieses Dokument in Le Monde, dort findet sich zunächst eine französische Zusammenfassung.
    Die amerikanische Botschaft beschreibt in ihrem Telegramm auch, das westliche Unternehmen z.T. in das Korruptionssystem der Familie Trabelsi einbezogen werden sollten, sich aber mit Hilfe ihrer Botschaften wehrten wie eine deutsche Firma oder sich ganz zurückzogen wie McDonalds.

    Hier die abschließende Beurteilung der amerikanischen Botschaft über die Korruption in Tunesien. Die Amerikaner haben bereit 2008 von Aufständen und Unzufriedenheit der Bevölkerung berichtet:
    "Corruption is a problem that is at once both
    political and economic. The lack of transparency and
    accountability that characterize Tunisia's political system
    similarly plague the economy, damaging the investment climate and fueling a culture of corruption. For all the talk of a Tunisian economic miracle and all the positive statistics, the fact that Tunisia's own investors are steering clear speaks volumes. Corruption is the elephant in the room; it is the problem everyone knows about, but no one can publicly acknowledge. End Comment."  http://wikileaks.ch/cable/2008/06/08TUNIS679.html


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