Textbausteine – Ein Fortsetzungsdrama mit ungewissem Ausgang©
Kleiner Konferenzraum auf Schloss Guttenberg. Karl Theodor, Stephanie und mehrere Mitarbeiter Karl Theodors sitzen bei Tee und Gebäck.
Karl Theodor: Ich freue mich, Sie in unserem schönen Franken zu begrüßen. Dieses Wochenende soll ein kleines Dankeschön sein für Ihre Loyalität und gute Arbeit.
Stephanie: Und da sind wir auch schon beim Thema. Loyalität und gute Arbeit. So sichert man heute seinen Arbeitsplatz.
Die Mitarbeiter sehen sich erschreckt an.
Karl Theodor: Keine Sorge, niemand verliert seinen Arbeitsplatz, der zu außerordentlichen Anstrengungen bereit ist. Und solange ich Abgeordneter bin, habe ich ein Büro zu besetzen.
Stephanie: Außerordentliche Anstrengungen, um ein Büro zu besetzen. Abgeordneter bleiben, vielleicht gar Verteidigungsminister werden. Und dann Kaiser, wer weiß.
Karl Theodor: Kanzler, Schatz.
Stephanie: Pardon, die Nostalgie reißt mich manchmal mit.
Karl Theodor: Schon gut, wenn ich erst Kanzler bin, lasse ich den Adel wieder einführen.
Stephanie (rührt verträumt in ihrer Tasse aus Meißner Porzellan): Ach, die gute alte Zeit.
Die Mitarbeiter rutschen unruhig auf den Stühlen herum.
Karl Theodor: Entschuldigung. Ich will Sie nicht länger aufhalten und gleich auf den Punkt kommen. Zur Sicherung Ihrer Arbeitsplätze wäre es gut, wenn ich einen Doktortitel hätte.
Stephanie: Leider hat mein Gatte nicht viel Zeit. Da sind Sie als loyale, kompetente und fleißige Mitarbeiter gefragt.
Karl Theodor: Und verschwiegene, natürlich.
Stephanie: Selbstredend. Wir haben uns verstanden?
Die Mitarbeiter nicken stumm.
Karl Theodor: Gut, dann au travail. Wenn Sie noch Tee möchten, klingeln Sie einfach!
Stephanie und Karl Theodor verlassen die Bibliothek.
Mitarbeiter: Sieh mal, hier liegen die Bild und die FAZ. Welche sollen wir nehmen?