Nun sind die Sommerferien fast vorbei, der Sommer legt aber gerade so richtig los. Das wird ein großer Spaß, alle SchülerInnen in NRW müssen ab Mittwoch auch im Unterricht Masken tragen, LehrerInnen können sich alle zwei Wochen testen lassen. Über die Logik bin ich mir noch nicht ganz im Klaren, aber ich komm noch drauf. Das ist der Stand vom 6. August, erfahrungsgemäß wächst jetzt die Hektik im Ministerium und man weiß nicht, was noch kommt.
Aber im Moment kann ich den Sommer genießen und mich an schöne Tage in Frankreich erinnern. Ja, eigentlich wollte ich nach Griechenland, aber irgendwie wurden die auch komisch mit ihren Voranmeldungen, außerdem ist ein Flug mit Maske in einem vollen Flieger auch nicht das Wahre, unangenehm und vermutlich sinnlos, denn die Läppchen vorm Gesicht sind für niemanden ein Schutz. Sagt das Bundesministerium für Gesundheit. Netter Witz. Es handelt sich um Bekleidungsstücke, modische Textilien. Wer sie verkauft, sollte tunlichst das Wort Schutz vermeiden, sonst kommt der Abmahnanwalt. Trotzdem wird in NRW ein Bußgeld für Maskenverweigerer fällig, ob das wohl jemand vor Gericht durchficht? Bestimmt, wir sind doch in Deutschland. Ich bin nicht gegen Masken, sondern für Masken, die etwas bewirken, oder meinetwegen auch für diese Läppchen, wenn einem bewusst bleibt, dass sie die Abstandsregeln nicht aufheben können.
Um also nicht stundenlang in Bahn oder Flugzeug mit einer Maske zu sitzen, bin ich dann doch mit dem Auto nach Frankreich gefahren, obwohl ich deren Maßnahmen auf der Höhe der Corona-Krise nicht sinnvoll fand. Und offensichtlich auch nicht effizient, obwohl extrem streng, denn es gab ca. dreimal so viele Tote wie in Deutschland. Aber mit dem Auto hatte ich die Möglichkeit, mich schnell vom Acker zu machen, wenn die Staatsmacht wieder zuschlagen sollte. Und in der Tat gibt es jetzt wieder Verschärfungen, zwar kann man die Leute nicht zu Hause einsperren, weil die Hälfte der Franzosen gar nicht zu Hause ist, aber immer mehr Orte haben
nun die Maskenpflicht im Freien eingeführt. Viele Menschen tragen die Maske auch von sich aus draußen, es gibt keine Demonstrationen von Idioten, die die Existenz des Virus leugnen oder einfach keine Maßnahmen wollen. Nur weil wir in Deutschland einmal Glück hatten, sollten wir nicht übermütig werden, gestern gab es hier über 1000 Neuinfektionen. Jeder hat so sein eigenes Bündel geschnürt, welche Tatsachen und Maßnahmen richtig sind. 82 Millionen Bündel, alles zwischen Leichtsinn und Paranoia, Wegsperren der Alten oder der Jungen, Party oder Depression. Ich habe natürlich mein eigenes Bündel, aber so ein bisschen Außensicht tut auch mal ganz gut.
Also bin ich in den Norden Frankreichs gefahren, Le Nord, La Normandie, La Bretagne. Am Anfang noch Regen, aber dann knallte die Sonne. Es war wunderschön und erstaunlich günstig, die Hotels haben offensichtlich Mühe, alle Zimmer zu füllen. Keine asiatischen und amerikanischen Touristen, das macht in Frankreich einen großen Unterschied. Während sich also an den deutschen Küsten die Leute knubbelten
und die Preise ins Unverschämte stiegen, konnte ich entspannt kurzfristig und günstig buchen und mir Landschaften und Strände
aussuchen, an denen es nicht so voll war und man auf Sicherheit achtete.
Ich hatte lange gezögert, aber es war definitiv die richtige Entscheidung.