Par karinkornelia
So ist Karneval: Wenn du nicht zum Zug gehst, kommt der Zug zu dir.
Gerade geschehen. Vorm Haus ein Lärm, als käme der Kölner Rosenmontagszug durch, war aber doch nur ein Wagen: Stammtisch Unter den Eichen, Gaststädte Nägler. Da sieht man, welches Kaliber die Bocholter Wagen haben. Aber doch groß und laut, denn an Treckern und Anhängern mangelt es hier ja nicht. Übrigens fuhr er in die falsche Richtung, also gehe ich davon aus, dass erstmal das ganze Wohngebiet bespaßt wird, bevor man sich auf den Weg zum Berliner Platz macht.
Ein Motto gab es natürlich auch. Nein, nicht Alkohol, was ja angesichts des Standortes naheliegend wäre, sondern Schulden. Schulden - Schulden für wen? Hübsche Europafahnen um eine gigantische D-Mark gruppiert, an den Seiten auch noch ein paar Fünfzig-Pfennig-Stücke, schon hat man ein gelungenes Resumee der Stammtischgespräche unter den Eichen. Die Verkleidung der paar Männer, die neben dem Wagen herliefen: Natürlich ganz in Schwarz-Rot-Gelb, hatten sie die Klamotten noch von der Weltmeisterschaft? Oder ist das jetzt auch ein Kostüm, wenn man sich als Nationalflagge verkleidet? 
Es ist wie Impfstoff, eine kleine Dosis reicht, schon bin ich wieder immun.
Bronson ist übrigens auch kein Karnevalsjeck, er (sie) stand laut schimpfend im Garten, als die Beschallung näher kam. Oder habe ich das nur falsch verstanden und er wollte mitsingen? Ja, wenn man statt Kamellen Shebadöschen würfe!
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