Par karinkornelia
Am Montag nach der Kommunalwahl in NRW hörte ich bruchstückhaft das Gespräch zweier Männer an, in dem es offensichtlich um eine gutaussehende Kandidatin ging und um die Frage, ob man einer Frau beziehungsweise Politikerin Komplimente wegen ihres Aussehens machen könne. Also eines dieser öden Gespräche, bei denen ich normalerweise weghöre, allerdings war ich noch im Raum und mein Ohr erreichte die Aussage, die Frauen, die sich daran störten, seien in der Regel die Hässlichen.
Nun liegt Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters und selten hat man die Möglichkeit, seine Wahl nach ästhetischen Gesichtspunkten zu treffen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass dieses Kriterium bei männlichen Politikern ohnehin keine Rolle spielt. Andererseits erfreut der Anblick von Macron oder Trudeau auch mein Auge. Und wenn ich es recht bedenke, habe ich noch keinen hübschen Diktator oder auch nur Populisten gesehen. Auch oben ohne auf einem Pferd bringt Putin mein Blut nicht zum Kochen, aber er findet sich bestimmt fantastisch. Dieses Selbstbild teilt er mit einigen Männern, und so komme ich zur eigentlichen Frage. Beziehungsweise zu zwei Fragen.
Wieso kommt ein Kerl eigentlich auf die Idee, eine Frau würde es tatsächlich interessieren, dass er ihr Aussehen gecheckt und für gut befunden hat?
Und ist es nicht eigentlich so, dass die Freude am Kompliment im Wesentlichen von der Schönheit des Mannes, der es macht, abhängt? Wenn ein Kerl aussieht wie Rumpelstilzchen, ist es echt egal, ob er eine Frau schön findet. Und wenn sie ihm dennoch im Gegenzug keine ehrliche Expertise über sein Äußeres liefert, ist das meist Mitleid oder Höflichkeit vor dem Alter.
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