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Auch manches Frauenbild von Stein liegt hier, unkrautumwuchert in dem hohen Grase; Die Zeit, die schlimmste Syphilis, hat ihr geraubt ein Stück der edlen Nymphennase.

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Joseph Beuys

Dieser Mai ist voll von Gedenktagen und runden Geburtstagen, gerade eben erst wurde an Sophie Scholls Geburtstag am 9. Mai 1921 erinnert, dieser Tag hätte es verdient, noch sehr viel mehr in der Öffentlichkeit begangen zu werden, wenn Corona dem nicht im Wege stünde.

Joseph Beuys und Anarchasis ClootsHeute am 12. Mai ist nun der 100ste Geburtstag von Joseph Heinrich Beuys, geboren in Krefeld, aber wenige Monate nach der Geburt mit den Eltern nach Kleve gezogen, wo er seine Kindheit und Jugend im Stadtteil Rindern verbrachte, aufs Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ging und später im alten Kurhaus ein Atelier hatte, das heute wieder zu besuchen ist. Ich habe es bestimmt schon öfter geschrieben in diesem Blog, die beiden Gebäude, die mich als Kind am Niederrhein am meisten beeindruckt haben, waren das Kurhaus in Kleve und Schloss Moyland in Bedburg-Hau. Beide waren in der Zeit dem Verfall überlassen, ein trauriger Beweis dafür, wie wenig Wert die Klever Stadtherren (sic) auf Kultur und Geschichte ihrer Region legten. Das hat sich zum Glück geändert, aber vieles ist auch unwiederbringlich verloren. In meinen Lieblingsgebäuden sind nun Kunstmuseen untergebracht, und beide beschäftigen sich auch mit Joseph Beuys.

Joseph Beuys und die Brüder van der GrintenBeuys ist mir allein schon deshalb nah, weil er die Klever Geschichte, Kultur und Natur wertschätzte und in sein Werk einbrachte. Tonaufnahmen zeugen davon, dass er auch den schweren Zungenschlag der hiesigen Bauern und Bürger übernommen hatte, was mir wiederum fernliegt. Obwohl in Kleve geboren, bin ich so doch irgendwie eine Außenstehende und kenne auch nicht Jan und alleman, was hier wie selbstverständlich angenommen wird. Als ich mich gestern mit der Seniorchefin der Bäckerei Derks wegen einer Ferienwohnung unterhielt, meinte diese mehrfach, ich würde sicher ihren Mann kenne. Nö, ich kenne und schätze ihr Brot, mehr aber auch nicht. Dieses Abschweifen vom Thema ist übrigens doch wieder typisch für den Niederrhein, obwohl ich eine Westfälin kenne, die darin eine wahre Meisterschaft entwickelt hat, vielleicht kommt es bei mir daher. (Ciao Besta!)

Aelier Joseph Beuys  Atelier Joseph Beuys   Atelier Joseph Beuys

Gerade findet neben allen anderen Beuys-Austellungen auch eine im Klever Museum Kurhaus statt, die man mit Termin und Test besuchen kann, ich warte aber dann doch noch bis zur zweiten Impfung, um ganz entspannt ins Museum zu gehen. Die meisten Stücke habe ich sowieso schon gesehen, die berühmte Badewanne wurde nun wohl in die Haupthalle verlegt, aber ich kenne sie aus dem Atelier.

Die Badewanne im KurhausGerade die Badewanne symbolisiert das Unverständnis, das dem Werk von Beuys oft entgegengebracht wird, aber es steht jedem frei, sich näher damit zu beschäftigen oder, gemäß der Aussage von Beuys, jeder Mensch sei ein Künstler, aktiv zu werden. Und ganz bestimmt ist keine unkritische Verehrung angebracht, aber wie bei allen Menschen muss man Aussagen und Handlungen in der richtigen Relation sehen.  Die Stadt Kleve zumindest hat ihren Frieden mit Beuys gemacht und sogar eine Schule und eine Allee nach ihm benannt.

 

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I
Jede Menschin ist eine Künstlerin
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