Par karinkornelia
Die Nachrichten werden naturgemäß beherrscht von der Corona-Krise, heute Morgen im DLF allerdings vorwiegend von den beiden Aspekten Ausgangssperre und Krise der Wirtschaft, weniger von den Erkrankten.
Offensichtlich lässt sich die derzeitige Situation am besten mit Metaphern beschreiben, was mir in dieser Häufung durchaus auffällt. Der Ökonom Peter Bofinger erklärte gerade im Deutschlandfunk die Unterstützung der Wirtschaft durch die Metapher des künstlichen Komas, in das der Patient Wirtschaft versetzt würde, daher müsse er künstlich beatmet und ernährt werden.
Bei der Bewertung der Unterstützung von Unternehmen, die vielleicht gar nicht durch die Krise in Schwierigkeiten wären, lehnte er eine langwierige Prüfung von Einzelfällen ab. Wenn das Haus brenne, könnte man nicht auf Omas Biedermeierschränkchen schauen.
Finanzminister Scholz griff in seiner Metaphorik ganz tief in die martialische Kiste, will gleich alle Waffen auf den Tisch legen und der Wirtschaftskrise mit der Bazooka beikommen.
Und die Kliniken wollen gerade viel Geld, weil sie mit Vollgas vor die Wand fahren, so ein Verbandssprecher, an dessen Namen ich mich nicht erinnere.
Zur Zeit werden Pakete geschnürt und Schutzschilder errichtet. Die Devise der Stunde ist "Nicht kleckern, sondern klotzen", bevor "die Kassen leerlaufen". Gleichzeitig malen manche die Folgen des Stillstands an die Wand, wenn das ganze Jahr unter Druck steht.
Schwache, abgenudelte Metaphern, alle habe ich heute Morgen im Radio gehört und noch ein paar mehr. Ich achte mal darauf, wann es neue, starke Metaphern gibt, denn dann ist wahrscheinlich Holland in Not. Aber noch spielt die Band auf der Titanic, dirigiert von Thomas Bach.
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