Alle wollen immer weiße Weihnachten, und dieses Jahr lässt sich das wohl kaum mehr vermeiden.
Man gewöhnt sich auch irgendwie an die Pampe, ans Schneeschippen, ans Auto freilegen, ans Fahren auf Schmierseife, an Dreck und Kälte. Und an die Einkaufsverhältnisse wie in der DDR. Schon nach wenigen Tagen gab es kein Streusalz mehr, Schneeschaufeln waren ausverkauft. Aber der Gipfel ist, dass es jetzt überhaupt kein Salz mehr gibt, also auch nicht mehr für die Suppe. Ich war heute in zwei Läden und wollte Salz kaufen, natürlich wie alle anderen, um die Straße zu würzen, aber vergeblich. Sogar das teure Bad Reichenhaller war aus. Dann bin ich zu Praktiker gefahren, um mich nach Schneeschaufeln und Streusand umzusehen, denn die hauseigene Schneeschaufel hat den Geist aufgegeben und die Ersatzschaufel ist auch fast kaputt und gehört vermutlich den Nachbarn. Es gab Fugensand, der Sack für 16 €, das nenne ich eine geschickte Reaktion des Angebots auf die Nachfrage. Es wird fast billiger, wenn meine Schwester mir Pakete mit Sand von der Ostsee schickt. Warum tauschen wir nicht mit den Anrainern der Sahara Sand gegen Schnee, da hätten doch beide was davon. Gut, Sand war zu teuer, aber, Wunder der Weihnacht, es gab Schneeschaufeln. Nicht mehr viele, aber dafür eine ganz exquisite Kollektion aus Frankreich, das Stück für 22,90 €.
Ich habe vergeblich nach dem Krokodil oder dem Logo von Dior gesucht, es waren ganz einfach nur französische Schneeschaufeln zu einem unverschämten Preis. Aber was soll ich machen, ich muss ja die Pampe beseitigen. Irgendwie fiel mir der Kauf dann leichter, weil ich wusste, dass jetzt in Form meiner Schneeschaufel die Grande Nation auf meinem Weg für Ordnung und Sicherheit sorgt. Ein gutes Gefühl. Allons enfants de la patrie, le jour de neige est arrivé.
Gestern war für uns der letzte Schultag, abends trafen die Kollegen sich im Bocholter Brauhaus.
Ich war noch nie dort, finde es aber von außen sehr eindrucksvoll und stellte mir vor, dass es innen etwa so sein müsste wie die Brasserie George in Lyon. 
Nein, die Einrichtung ist in Wirklichkeit mehr so eine Mischung aus Baumarkt und IKEA, nichts Besonderes. Trotzdem war es ein schöner Abend und Abschluss des Jahres, wir haben gegessen, getrunken, gewichtelt und geredet.