Par karinkornelia
Bocholt im Glück: Es knallt und brennt und raucht. Seit Tagen böllern die Kinder jeden Nachmittag, heute gabe es abends eine gewisse Steigerung, aber um Mitternacht ging es dann richtig los, Falludscha-Feeling. Fotos kann man auch kaum machen, weil die Luft voller Rauch hängt, bis 1.30 wird immer noch geknallt, die Vorräte müssen weg. Am 1. Januar ist die Nachbarschaftsgang der Zehnjährigen wieder bei der Arbeit. Während ihre Eltern den Rausch ausschlafen, zünden sie ihre ebenerdigen Knaller, die eindrucksvolle Rauchwolken und schwefeligen Gestank hinterlassen. Falludscha kommt nicht zur Ruhe.
Während die Kinder die letzten Feuerwerksbestände vernichten, Stollen und Glühwein bis zum nächsten September aus den Supermärkten verschwinden und die ersten guten Vorsätze über Bord geworfen werden, sehen manche schon wieder nach vorn und halten sich nicht mehr mit Wünschen zum neuen Jahr auf. Was kommt als nächstes ins Sortiment? Genau, Karneval! Und heute bekam ich schon die ersten Grüße zum Carnaval de Québec, wahrscheinlich der erste Karneval des Jahres, 27. Januar bis 12. Februar. Mit Québec ist übrigens die Stadt gemeint, nicht die Provinz, und dort ist es im Winter ganz besonders schön, allerdings auch ein bisschen schwierig begehbar wegen der Schneemassen und der Hanglage. Ansonsten kann man, sobald man sich vom Jetlag erholt hat, direkt am 16. Februar im Rheinland weiterfeiern. Und während dort an Aschmittwoch alles vorbei ist, zieht sich der Karneval von Nizza noch bis zum 4. März.
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