Par karinkornelia
Gerade las ich in der FAZ, dass das Da-Mata-Museum der Stadt Yogyakarta in Indonesien eine Wachsfigur von Adolf Hitler entfernt hat, nachdem das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles dagegen protestiert hatte. Der Tenor des Artikels geht dahin, dass dies eine Verherrlichung sei und besonders schlimm, weil im Hintergrund ein Foto des Vernichtungslagers Auschwitz zu sehen sei.
Nun sehe ich auch nicht die Notwendigkeit, Wachspuppen von Hitler herzustellen, und schon gar nicht, damit Selfies aufzunehmen. Andererseits sehe ich in der Ausstellung aber auch keine Verherrlichung, und dass man den Kontext des Vernichtungslagers hergestellt hat, spricht eher für einen realistischen Gesichtspunkt. Massenmörder, nicht Held. Die Selfies allerdings sind wahrlich geschmacklos, aber auch die sind wohl eher dem Gruseleffekt als der Verherrlichung geschuldet.
Allerdings ist das Museum in Indonesien nicht das einzige, das eine Wachspuppe von Hitler ausstellt, ich habe nämlich selbst schon eine in London bei Madame Tussauds gesehen. Die hatte man in einen Raum gestellt mit anderen Politikern, denen man nicht über den Weg traute: Saddam Hussein, Gaddafi, Fidel Castro. Alles ein bisschen halbherzig, Gaddafi stand zum Beispiel neben einem Automaten mit Süßigkeiten. Ich kann mich nicht mehr an alle erinnern, wohl aber daran, dass dort niemand Selfies mit Hitler machte. Aber so lange war ich ja nicht da, an manchen Tagen gab es wohl auch Fotos mit erhobenem Arm. Es gab auch schon Besucher, die die Figur tätlich angriffen, definitiv ist sie mehr als nur ein Stück Wachs.
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Was sind aber ein paar Puppen gegen einen ganzen Reichspark?
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