Ist es nun besonders erstrebenswert, einfach nur sinnlos oder gar gefährlich, dass man im Internet absolut jede Kleinigkeit von praktisch jedem an allen Orten der Welt erfährt? Will heißen, braucht die Welt Twitter, Facebook, StudiVz und all diese Blogs?
Neu ist, dass private Kleinigkeiten und Nichtigkeiten ihren Weg ins Netz finden und manchmal begeistert aufgenommen werden. Sage mir keiner, er würde sich nicht auf youtube anschauen, wie der Sack Reis in China umfällt, wenn ihm ein Kumpel den Link schickt.
Wird der chinesische Reissack noch vom Flair des Exotischen und Sprichwörtlichen geadelt, so ist ein westfälischer Blumenkübel doch eher vom Flair des Banalen umgeben, besonders, wenn er vor einem Altenheim steht. Und trotzdem ist genau so einer umgefallen und hat die Webwelt bewegt. Dass die Story auch in den Zeitungen geschluckt, gekaut, wiedergekäut, ausgespuckt und verdaut wird, liegt zweifellos am Sommerloch.
In meinem kleinen verregneten Sommerloch sind ein paar Blumentöpfe und ganz viele Bäume umgefallen, natürlich habe ich das sofort in meinem Blog dokumentiert. Ok, meine Blumentöpfe haben keine Karriere auf Facebook oder Twitter gemacht, aber mich hat es amüsiert.
Und so unwichtig ist dieser Blumenkübel doch auch nicht, die alten Leutchen haben sich daran erfreut und sind sauer, dass jemand ihn umgeworfen hat. So geht es uns schließlich allen, und irgendwie kommen uns die Menschen dieser Welt näher, wenn wir alltägliche Geschichten über sie erfahren. Und vielleicht lernen wir auch einige kennen, oder wir finden alte Freunde wieder. Mir ist das schon mehrmals passiert, und ich finde es toll. Und was wüsste ich ohne das Internet über meine Freunde und Familie?