Leider sind die Ferien seit einer Woche vorbei und es wurde schon wieder ziemlich arbeitsintensiv. So habe ich meinen Blog vennachlässigt, und seit einiger Zeit grüßt das Bild einer Schweinshaxe den gewogenen Leser. Beziehungsweise die schöngeistige Leserin, die sich nun endlich beschwert hat und andere Fotos sehen möchte. Madame, Ihr Wunsch sei mir Befehl.
Als Studentin hatte ich eine gute Bekannte, die Slavistik studierte und mich ein bisschen mit der slavischen Literatur bekannt machte.
Nicht, dass ich wirklich viel gelesen hätte, aber ein Buch gefiel mir doch sehr gut. Sie schenkte mir die Kleinseitner Geschichten von Jan Neruda, und in diesem April konnte ich endlich selbst die Kleinseite besuchen und das Haus sehen, in dem Jan Neruda lebte. Die Kleinseite ist wirklich noch ein bisschen so, wie ich sie mir beim Lesen vorgestellt hatte, nur mit viel mehr Touristen. 
Die Straße, in der Nerudas Haus steht, wurde übrigens umbenannt in Nerudova ulice, was ich von der Straße, in der ich geboren wurde, vermutlich vergeblich erhoffe. Mein Geburtshaus ist auch nicht mehr so schön, wie ich es in Erinnerung habe, dagegen ist Nerudas Haus gepflegt und mit einer Gedenktafel riesigen Ausmaßes geschmückt. In der Straße findet sich auch eine Gedenktafel für den französischen Slavisten Ernest Denis, der dort einige Jahre verbrachte.
Häufig begegenet einem in Prag auch der brave Soldat Schwejk von Jaroslav Hašek, gern als Werbefigur an Kneipen und Restaurants. Meine Kollegin sagte, dies sei das weltweit meistgelesene Werk tschechischer Literatur, was ich ihr unbesehen glaube. Das mag sich aber inzwischen ändern, denn die Zeiten haben sich auch geändert, die Menschen führen ihren Kampf gegen die Obrigkeit inzwischen im Internet.
Natürlich ist in Prag Kafka omnipräsent, wenn auch häufig nur als Werbeträger. Selbst das Kafka-Museum hat nichts Authentisches von Kafka anzubieten.
Und das Goldene Gässchen, in dem sich Kafka zum Schreiben verkroch, konnte wegen Renovierung nicht besucht werden . Nun, wir waren im Café Louvre, in das auch Kafka ging, da konnte man doch eine gewisse Atmosphäre erahnen.
Interessant fand ich auch ein neueres Denkmal im jüdischen Viertel, das Kafka als Kopf auf der leeren Körperhülle sitzend zeigt. Am Sockel sieht man in dunklen Mosaiksteinen die Beine eines Käfers.