Thank you, Mister President! Es waren nur vier Jahre, aber die waren intensiv.
Ich habe so viel gelernt, so viele wunderbare Momente, aber einer der schönsten war doch der, als Donald Trump den Weg mit Tränengas freimachen ließ, um zu einer Kirche zu gehen und eine Bibel in die Kamera zu halten. Die gottlosen Fake News und die Europäer mokierten sich natürlich über diese große Geste, aber was wissen Europäer schon. Katholiken und Protestanten, ein paar Zeugen Jehovahs, und nicht einmal der Papst behauptet, Gott oder der heilige Geist hätte zu ihm gesprochen. Kein Drama, keine Visionen, keine Ekstase.
Heute spricht Gott zu den Amerikanern, hilft ihnen bei Aktien- und Geldgeschäften,
auf dass sie ihren Kirchen Millionen spenden können. Jeder schmierige Typ, jede bekiffte Tante kann sich weihen lassen zum Pastor oder Pastorin in einer der absurden, aber weithin verbreitetet Kirchen. Und mit genügend Irrsinn und Geld wird jemand wie Paula White spirituelle Beraterin des Präsidenten. White ist vielleicht noch narzisstischer als Donald Trump, behauptet, dort wo sie gehe, sei heiliger Boden. Und da sie sich im White House herumtreibt, ist das Oval Office holy ground. Ihretwegen zwar, aber wer gegen Trump sei, sei gegen Gott.
Soweit ist das klar, aber was ist denn nun in Gott gefahren, ausgerechnet einen Katholiken zum Präsidenten zu wählen bzw. auszuerwählen? Erst der zweite katholische Präsident nach John F. Kennedy. Wie Sheldons Mutter sagt, Rosenkranzrassler. Mit denen kann eine rechte Amerikanerin nichts anfangen. Aber vielleicht kann Gott auch mit rechten Amerikanern nichts anfangen.
Wie auch immer, es ist so sad. Vorbei all die wunderbare Satire und Realsatire, ich bin da sehr pessimistisch, dass Biden jedes Fettnäpfchen sucht und sich darin suhlt. So thank you, Mister President, you were the most funny president ever.