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    Auch manches Frauenbild von Stein liegt hier, unkrautumwuchert in dem hohen Grase; Die Zeit, die schlimmste Syphilis, hat ihr geraubt ein Stück der edlen Nymphennase.
  • Am Donnerstag ging es in der Schule wieder los mit einer Informationskonferenz im Stehen wegen des gebührenden Abstands. Bisher klappt das mit dem Abstand insgesamt gut, es sind aber auch noch nicht viele Studierende zurück, sondern nur die Abschlussklassen. Sogar das Tragen von Masken war schon jetzt sehr verbreitet, eigenartigerweise scheint man mit Maske schlechter zu hören, das habe nicht nur ich so empfunden.

    Im Gespräch mit jungen Kolleginnen, die die letzten Wochen zu Hause ihre eigenen Grundschulkinder betreuen, ertragen oder unterrichten mussten, tauschten wir unsere Wahrnehmungen zum Risikoverhalten älterer Menschen aus, die ja eigentlich besonders vorsichtig sein sollten. Ich kenne Beispiele von Ü80ern, die zwar theoretisch das Risiko kennen, aber trotzdem kein Problem mit Besuchern haben, die ihnen das Virus einschleppen könnten.

    Eine jüngere Kollegin sagte, nach ihrer Erfahrung sei die leichtsinnigste Risikogruppe die der Leute um die 60. Ihre Schwiegereltern sähen es nicht ein, dass sie die Kinder bzw. Enkel nicht betreuen oder besuchen dürften und statt dessen ihr Sohn zu Hause bliebe. Ich finde das ganz einleuchtend, denn die meisten Menschen um 60 nehmen aktiv am wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben teil, fühlen sich deshalb eigentlich nicht alt.

    Ich persönlich halte die Gruppe um die 80 für gefährdeter, zunächst wegen des wirklich hohen Alters und der Statistiken der Todesfälle, dann aber auch wegen zunehmender Uneinsichtigkeit. Ich habe da unglaublich viele Beispiele erlebt.
    Meine Nachbarn haben sich zwar gefreut über mein Angebot, ihnen vom Einkauf etwas mitzubringen, das sei aber nicht nötig, weil ihre Putzhilfe regelmäßig käme und alles mitbrächte. Letzten Samstag hatten sie eine große Geburtstagsfeier im Garten, beide sind weit über 80, die Dame mindestens Asthmatikerin.
    Als ich kürzlich nach dem Einkauf den Aldi verlassen wollte, stand direkt vor der Außentür ein alter Mann und wartete offensichtlich auf jemanden, vielleicht war er wegen der Infektionsgefahr nicht selbst hineingegangen. Durch die hohle Gasse von Einkaufswagen und Blumenregalen musste nun aber jeder ganz nah an ihm vorbei, er reagierte auch nicht auf Gesten oder Worte.

    Bleib in deinem Element

    Ein besonders tragischer Fall todesmutiger Senioren hat sich am Freitag in der Nähe von Bocholt ereignet, als ein Auto mit drei alten Menschen zwischen 75 und 81 an einem unbeschrankten Bahnübergang vom Bocholter, der Regionalbahn zwischen Bocholt und Wesel, erfasst wurde und alle drei Insassen starben. Nun mag es nicht ungewöhnlich erscheinen, dass an einem unbeschrankten Bahnübergang Unfälle geschehen, aber ich finde die Umstände doch bemerkenswert. Es musste schon einiges zusammenkommen, damit der Unfall zu diesem Zeitpunkt so geschehen konnte.

    Zunächst einmal fährt der Bocholter nur maximal einmal in der Stunde, also kommt er genau zweimal pro Stunde an dieser Stelle vorbei. Wer in der Gegend wohnt wie die Senioren aus Voerde, könnte das wissen und sogar die Zeiten kennen, denn der Bocholter ist tatsächlich pünktlich. Dann ist der Zug auf dem platten Land weithin sichtbar, aber vor allem hörbar, denn er gibt regelmäßig laute Pfeifgeräusche von sich, seit er früher schon mal Kühe auf den Gleisen angetroffen hatte. Die Kühe kommen mit dem System wohl gut klar, da gibt es schon lange keine Zusammenstöße mehr. Wie man auf den Unfallfotos im Netz sehen kann, ist der Bahnübergang zwar nicht beschrankt, aber neben einem Andreaskreuz zusätzlich noch mit etlichen Verkehrsschildern angekündigt, die erlaubte Geschwindigkeit wird schrittweise auf 10 km/h heruntergesetzt. Nun bin ich nicht der Meinung, alte Leute sollten ihren Führerschein abgeben oder durch Überprüfungen drangsaliert werden, ich bin aber schon der Meinung, dass sie die Verkehrsregeln kennen und respektieren sollten. Und ich habe in der Fahrschule gelernt, dass man sogar an beschrankten Bahnübergängen langsam und vorsichtig fahren muss, selbst wenn die Schranke oben ist.

    Nun kommt aber noch Corona ins Spiel. Offensichtlich kamen die Herrschaften von einem Besuch im Gartencenter zurück, denn das Auto soll voller Blumen gewesen sein. Eigentlich würden Menschen in diesem hohen Alter andere für sich einkaufen lassen, aber sich auch noch in Gefahr zu begeben, um Gartenkram zu kaufen, ist besonders überflüssig. Und natürlich war auch eine Person zuviel im Auto, selbst wenn es sich bei zweien um ein Ehepaar handeln sollte.

    Hätten diese Menschen sich an Regeln und Empfehlungen gehalten, wäre ihnen nichts passiert. Andererseits hätten sie einen gemeinsamen Selbstmord nicht geschickter planen können, sogar die Stelle, an der der Zug den Wagen erwischt hat, ist exakt dort, wo sich die Sitze befinden. Nein, ich glaube nicht an Absicht, man kauft sich ja nicht vorher einen Haufen Pflanzen, außerdem reißt man nicht seinen Mercedes mit in den Tod. Aber ich bin beeindruckt von der Verkettung von Umständen, die zu diesem tragischen Ergebnis führten.

     


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  • Mit der Verbreitung des Corona-Virus verbreitet sich auch die Angst, es gäbe nicht mehr alles zu kaufen. Das führt offensichtlich zu Hamsterkäufen, das beliebteste Objekt der Begierde ist - neben Raritäten wie Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken - Klopapier. Das finde ich merkwürdig, da die Infizierung mit toi toi toiCovid-19 keine Magen-Darm-Erkrankung ist. Und eigentlich ist es mir in der Realität auch gar nicht so sehr aufgefallen. In Kranenburg decken sich auch die Niederländer ein, dennoch gab es genug Toilettenpapier. Gestern war ich in Nütterden bei Netto, wo es ganz entspannt zuging und es Nudeln, Konserven und Klopapier in allen denkbaren Ausführungen gab. Also ist doch nichts dran an dem ganzen Gerede?
    Nun, heute musste ich mal schnell zum Aldi, weil die Katze das Futter von Netto nicht mag. Und siehe da: Keine Nudeln, kein Reis, aber haufenweise Klopapier. Tatsächlich aber nur eine Sorte, nämlich das dünne graue. Und das wollte keiner hamstern, es lag wie Blei im Regal. So schlimm ist die Situation also noch nicht, noch kann man wählerisch sein. Und trotzdem: Es kommen harte und kratzige Zeiten auf uns zu, wenn das Virus sich weiter verbreitet.

    Kleines Update am 18.3.: Tatsächlich gibt es jetzt nirgendwo mehr Klopapier zu kaufen, vielleicht morgens um 8 Uhr, das werde ich nie erfahren.

     


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  • Die Schönheit der WiederholungBei Buchstaben kenne ich mich aus mit Palindromen, aber ja, es gibt sie auch bei Zahlen. Heute ist der 02.02.2020, gestern habe ich ein paar Sachen in den Briefkasten mit Sonntagsleerung geworfen, die hoffentlich heute gestempelt werden.


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  • Darauf hat man echt lange warten müssen: Neues von Heinrich von Kleist. Danke, Amazon!

    Wie die Marquise von O. das Erdbeben von Chile überlebte


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  • Wie schön, Ildikoo hat meinen ersten Blogeintrag von Madeira gelesen und kommentiert, sie will wissen, ob ich im Museum war. Ja, war ich, fast.

    Übrigens stimmen die Datumsangaben nicht mit dem Datum des Eintrags überein, ich benutze lieber die Daten meines Aufenthaltes, sonst vergesse ich sie irgendwann.

    Kleiner deutscher Tourist mit Ronaldo  Großer englischer Tourist mit Ronaldo  Foto mit Ronaldo 

    Willkommen im RonaldolandDas erste, was ich von Madeira sah, während ich auf mein Gepäck wartete, war die Büste von Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro, dessen Namen jetzt sogar dem des Flughafens hinzugefügt wurde. Die Büste ist natürlich bekannt und lockt kleine und große Jungs an, die sich mit Ronaldo fotografieren lassen. Das gilt auch für die Statue im Hafen vor dem Museum, dass ich fast besucht habe.Willkommen im Museum der Egomanie

    Ich weiß, chère Ildikoo, ein Fast-Museumsbesuch zählt nicht, und dieses Museum zählt auch nicht so richtig, Cristiano Ronaldos Fußballmuseum CR7. Deshalb bin ich auch nicht reingegangen, um die Ansammlung von Pokalen zu bewundern. Ich finde, dass ich in der Eingangshalle schon alles gesehen habe. Nimmt Bargeld und alle gängigen KreditkartenAber ich habe mir am Automaten für zwei Euro eine Ronaldo-Gedenkmünze gezogen, nur damit auf meiner Kreditkartenabrechnung CR7 steht. Wer weiß, wen ich mit der Münze mal beglücken kann. Das Museum ist eigentlich eine Zugabe zum Hotel Pestana CR7, das ich zwar nur von außen gesehen habe, das aber wirklich nicht meinen Geschmack trifft. Vermutlich wohnen dort auch nur Fans von Ronaldo und reden den ganzen Tag über Fußball. CR7

    Kick it like Ronaldo

    Ich weiß eigentlich nicht viel über Ronaldo, habe ihn zweimal bei einer Meisterschaft im Fernsehen gesehen und fand seine Art nicht sonderlich sympathisch. Aber auf Madeira, wo er geboren ist, wird er verehrt und tut wohl auch viel Gutes. DevotionalienhandelKlar könnte er auch einfach seine Steuern korrekt bezahlen, aber das sieht man ihm nach. Wie ein junger Mann zu mir sagte: "Wollen wir nicht alle ein paar Millionen sparen?" Wohl wahr. Und wollen nicht alle sportlichen Jungs Fußballmillionär werden?

    Der Koloss von Madeira

    Ronaldos Statue ist aus Metall, und ihr passiert das, was allen Statuen aus Metall passiert, sie wird immer wieder an bestimmten Stellen angefasst, die dann ganz glänzend erscheinen im Gegensatz zum Rest. Interessant finde ich dann immer, welche Stellen angefasst werden. Klar, bei Ronaldo sind es die Füße, allerdings deutlich mehr der linke Fuß.

    Dann aber auch die Hände, das kann doch  nicht gut sein, Handspiel? Der Kopf ist gänzlich unberührt, dem scheint man nicht so viel zuzutrauen. Ja, und dann fassen sie dem Cristiano auch noch gern in den Schritt. Die zukünftigen Fußballmillionäre sind halt noch mehrheitlich in der Pubertät.Simply the best

     

     Kopfball Fußball   Balls

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  • Schöner spiegeln!Alle Jahre wieder werden Abiturreden gehalten und Geschenke an LehrerInnen verteilt, beides nicht selten mit einer Message versehen, wie man von den Klassen wahrgenommen wird. Allerdings können es ganz alltägliche Dinge sein, die den Studierenden auffallen, nur selten werden da Kritikpunkte thematisiert.
    Ich erinnere mich, dass bei meiner eigenen Abiturfeier eine Lehrerin, die ich allerdings während meiner ganzen Schulzeit nie im Unterricht hatte und daher auch nicht kannte, einen roten Faden bekam. Das fand ich schon etwas böse, aber ich konnte ja nicht beurteilen, wie groß das Bedürfnis war, ihr diese Kante zu verpassen.
    Ich erinnere mich auch, dass sich ein Kollege mal sehr über sein Geschenk geärgert hat, wobei ich mich nicht mehr an das Geschenk selbst erinnere, so böse kann es also nicht gewesen sein.
    Was mich betrifft, so waren meine Haare häufiger mal Thema, weil ich sie morgens nicht föhne. Aber nasse Haare trocknen im Laufe der ersten Stunde, während eine Charaktereigenschaft nicht so leicht verschwindet.
    Ich habe das auch schon mal auf meinem Schulblog geschrieben und mich gewundert und gefreut, dass nicht der Blog selbst thematisiert wurde. Prompt zog im nächsten Jahr die Rednerin über meinen Blog her, in dem ich angeblich schadenfroh und sarkastisch über Studierende schreibe. Ich persönlich sehe das natürlich nicht so und habe auch den Eindruck, dass die Studierenden, die erwähnt werden, das durchaus mögen. Allerdings glaube ich auch, dass ausgerechnet diese Rednerin den Blog nie gelesen hat, warum auch, sie kam niemals vor. Ich bin da vorsichtig und schreibe nicht über Studierende, die ich für völlig humorlos halte.
    Trotzdem hat sie womöglich Recht, denn die Selbst- und die Fremdwahrnehmung driften häufig auseinander. Interessant wird es, wenn jemand eine recht harmlose Fremdwahrnehmung ganz anders interpretiert und sich davon getroffen fühlt.
    Was tun, wenn man die Wahrnehmung für falsch hält? Na ja, entweder gar nichts, weil es einem piepegal ist, oder man muss sich wehren. Oder rächen, was allerdings nach dem Abitur nicht mehr klappt. Schmollen geht auch, ist aber nur schlecht für einen selbst.
    LiebesentzugWas nun, wenn man die Wahrnehmung zwar für ärgerlich, aber richtig hält, vielleicht sogar aus diesem Grund selbst erst etwas in eine harmlose Aussage hineininterpretiert hat?
    Entweder hält man diese seine Eigenschaft für richtig und nötig, dann sollte man auch selbstbewusst dazu stehen. Oder man mag die Eigenschaft nicht, dann sollte man versuchen, sie abzulegen. Das klappt nicht unbedingt, dann muss man damit leben. Aber eines geht nicht, nämlich von anderen zu verlangen, dass sie diese Eigenschaft nicht mehr wahrnehmen sollen oder zumindest so tun sollen, als würden sie sie nicht bemerken. Obwohl die meisten Menschen das schon von sich aus so machen und man selbst auch ganz gern ein Tuch über den Spiegel hängt.


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  • Komisch, mir bietet zur WM niemand eine Fußballwette an, aber überall um mich herum wird gewettet und gefachsimpelt, in der Schule und sogar beim Familienbrunch. Gestern waren sich alle einig, dass Tunesien gegen Belgien verlieren würde, leider hatten sie Recht. Wie mir ein trauriger Marokkaner postete:

    Allez les Bleus!F ootball
    I sn't
    F or
    A rabs

    Alle arabischen Mannschaften, Tunesien, Marokko, Ägypten, Saudi Arabien, haben schon die Koffer gepackt, um nach der Vorrunde nach Hause zu fahren. Dieses Los wurde gestern allerdings auch von vielen den Deutschen prophezeit, aber ich wusste es besser. Ich bin der Meinung, dass die deutsche Mannschaft immer ein unverschämtes, oft unverdientes Glück hat. Diese meine These wurde gestern in der vorletzten Minute des Spiels eindrucksvoll belegt. Beeindruckend auch, wie so ein Kommentator von kleinlaut über sprachlos ganz fix wieder zu großmaulig switchen kann.

    Deutschland wird JägermeisterIch habe natürlich keine Ahnung und nur wenige Spiele gesehen, aber das habe ich mit Kraken und anderen Orakeln gemeinsam, also kann ich ja mal raten, wer denn nun Weltmeister wird. Warum nicht Russland, die haben die meisten Fans vor Ort, die besten Medikamente und die wenigsten Skrupel. Außerdem sind sie schon sicher eine Runde weiter, und dass dafür sogar Saudi Arabien geschmiert wurde, ist sehr unwahrscheinlich. Die Statistik spricht eher für Brasilien, aber da ist nach dem letzten Spiel in der letzten WM ziemlich viel vom Glanz ab. Mein Favorit ist ohnehin Frankreich, und dann gibt es noch die Mannschaft mit dem unverschämten Glück. Und die mit dem besten Schauspieler, also vielleicht wird es doch Portugal. Ich lege mich noch nicht fest.


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