• Michel Tournier à Bonn

     

    Erst bei der Lektüre des Blogs von Petit Larousse fiel mir wieder ein, dass ich nicht nur eine hübsche kleine Sammlung an Büchern von Michel Tournier habe, sondern dass ich ihn auch einmal selbst gesehen habe bei einer Lesung in der Uni Bonn. Da ließ ich mir dann ein Taschenbuch signieren, traute mich aber nicht, ihm mehr als nur ein Buch hinzulegen. Michel Tournier chez Gallimard
    In dieser signierten Gallimard-Ausgabe von 1980 liegt auch noch die Einladung des Institut Français, leider befand man es damals nicht für wichtig, ein Jahr anzugeben. Nun weiß ich also nur, dass die Lesung nach 1980 und vor 1985 stattfand. Das allwissende Internet bietet mir einen Kalender an, nachdem der 7. Juni im Jahre 1984 ein Donnerstag war. Das passt doch.

    In einem interessanten Interview äußerte sich Tournier über Alter und Tod. Er hat sein selbstgesetztes Todesdatum 15 Jahre und ein paar Tage überlebt.
    Das Schlimmste am Alter sei, dass die guten Freunde schon tot sind. Furchtbarer Gedanke.

    Michel Tournier starb am 18. Januar 2016.

    jeudi 7 juin


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    Louisa May Alcott

      

    Heute bekam ich eine tolle Postkarte von Dolores aus Los Angeles mit dem Foto von Louisa May Alcott. Alle wichtigen Informationen zur Autorin, die witzigerweise in Germantown geboren wurde, am 29. November 1832, befinden sich auf der Rückseite der Karte. Viele Werke von Alcott kann man im Projekt Gutenberg nachlesen.Louisa May Alcott

     

    Wie Dolores schreibt, trat Alcott für die Befreiung der Sklaven und das Frauenwahlrecht ein. Leider starb sie zu früh mit 55 Jahren am 6. März 1888.


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  • Einmal im Jahr findet in Münster der Fremdsprachentag statt, zu dem wir pilgern, um billige Verlagsprodukte abzugreifen und u.a. Profossor Freese zu lauschen, der aus jedem beliebigen Thema ein Event macht. Dieses Jahr sprach er über Tony Hillerman.
    Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Peter Freese (Univ. Paderborn): Navajoland - The World of Tony Hillerman's Ethnic Detectives

    SkinwalkersTony Hillerman war mir kein Begriff, aber nach Freeses Vortrag ein Bedürfnis. Also bestellte ich mir bei Amazon eines seiner Bücher, schön billig, weil in der englischen Ausgabe. Ich will hier nicht auf den Inhalt eingehen, nur gestern stieß ich auf Seite 143 auf folgende Passage, die ich meiner lieben Freundin widmen möchte, die nicht nur Postkarten, sondern auch Namen sammelt:

    "We want you to talk about it. We want you to come to the place of Hildegarde Goldtooth and we will talk to you about having the sing. We have about $ 400 but maybe there could be more."

     (Tony Hillerman: Skinwalkers, NY 1986)

      


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  •  Textbausteine – Ein Fortsetzungsdrama mit ungewissem Ausgang©

    8. Akt

     Faust I

    Studierzimmer

    Guttenberg. Merkel.

     

    Guttenberg: Es klopft? Herein! Wer will mich wieder plagen?

    Merkel: Ich bin's.

    Guttenberg: Herein! Wir werden, hoff ich, uns vertragen.

    Merkel: Herr Doktor, das ist schön von Euch,
    Daß Ihr uns heute nicht verschmäht,
    Und unter dieses Volksgedräng,
    Als ein so Hochgelahrter, geht.
    So nehmet auch den schönsten Krug,
    Den wir mit frischem Trunk gefüllt,
    Ich bring ihn zu und wünsche laut,
    Daß er nicht nur den Durst Euch stillt:
    Die Zahl der Tropfen, die er hegt,
    Sei Euren Tagen zugelegt.

    Guttenberg: Sie sitzen schon mit hohen Augenbraunen
    Gelassen da und möchten gern erstaunen.
    Ich weiß, wie man den Geist des Volks versöhnt;
    Doch so verlegen bin ich nie gewesen.

    Merkel: Es irrt der Mensch so lang er strebt.

    Guttenberg: Ich, Ebenbild der Gottheit, das sich schon
    Ganz nah gedünkt dem Spiegel ew'ger Wahrheit,
    Sein selbst genoß in Himmelsglanz und Klarheit,
    Und abgestreift den Erdensohn;
    Ich, mehr als Cherub, dessen freie Kraft
    Schon durch die Adern der Natur zu fließen
    Und, schaffend, Götterleben zu genießen
    Sich ahnungsvoll vermaß, wie muß ich's büßen!
    Ein Donnerwort hat mich hinweggerafft.

    Merkel: Der Worte sind genug gewechselt,
    Laßt mich auch endlich Taten sehn!

    Faust IIGuttenberg geht die Treppe hinunter und tritt vor die wartenden Journalisten.

    Guttenberg: Ihr guten Herrn, ihr schönen Frauen,
    So wohlgeputzt und backenrot,
    Belieb es euch, mich anzuschauen,
    Und seht und mildert meine Not!
    Laßt hier mich nicht vergebens leiern!
    Habe nun, ach! Juristerei
    Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
    Da steh ich nun, ich armer Tor!
    Und bin so klug als wie zuvor;
    Heiße Magister, heiße Doktor gar
    Und ziehe schon an die zehen Jahr
    Herauf, herab und quer und krumm
    alle an der Nase herum.
    Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
    Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel.
    Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
    Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
    Wenn hinten, weit, in der Türkei,
    Die Völker aufeinander schlagen.
    Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
    Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
    Dann kehrt man abends froh nach Haus,
    Und segnet Fried und Friedenszeiten.

    Journalist FAZ: O glücklich, wer noch hoffen kann,
    Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!

    Journalist NZZ: Du hast wohl recht; ich finde nicht die Spur
    Von einem Geist, und alles ist Dressur.

    Guttenberg: Wir gehen eben fort.
    Was ist das für ein Marterort?
    Was heißt das für ein Leben führen,
    Sich und die Jungens ennuyieren?
    Ich halt es wenigstens für reichlichen Gewinn,
    Daß ich nicht Kaiser oder Kanzler bin.
    Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.
    Du nennst mich Herr Baron, so ist die Sache gut;
    Ich bin ein Kavalier, wie andre Kavaliere.
    Du zweifelst nicht an meinem edlen Blut;
    Sieh her, das ist das Wappen, das ich führe!
    Will keiner trinken? keiner lachen?
    Ich will euch lehren Gesichter machen!
    Ihr seid ja heut wie nasses Stroh,
    Und brennt sonst immer lichterloh.
    Heut, seh ich, will mir nichts gelingen;
    Doch eine Reise nehm ich immer mit
    Und hoffe noch vor meinem letzten Schritt
    Die Teufel und die Dichter zu bezwingen.

    Journalisten: Juchhe! Juchhe!
    Juchheisa! Heisa! He!
    Geschrei und Fiedelbogen.

    Vorhersehbares Ende der Tragödie 1. Teil

    Vielen Dank an Aristoteles, K.T. zu Guttenberg und J.W. von Goethe.


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  • Textbausteine – Ein Fortsetzungsdrama mit ungewissem Ausgang©

    7. Akt

    BonesFreudenhaus in Bocholt, an einem größeren Tisch sitzen ausschließlich männliche Gymnasiasten und Fachhochschüler aus Bocholt. Ein paar wenige Borkener sind anwesend, weil man ihnen erzählt hat, in Bocholt gäbe es ein Freudenhaus, in dem Studenten mittags günstig bedient würden.

    Lucky: Verdammt, jetzt habt ihr mich aus Borken hergelockt, aber außer Chicken, Ribs und Schnitzel gibt es hier kein Fleisch.

    Spacky: Was dachtest du denn, was du für 10 Euro bekommst? Wie naiv seid ihr denn da in eurem Kaff?

    Lucky: Ach ja, Weltstadt Bocholt. Wieso steht dann auf deinem Auto BOR und nicht BOC?

    Spacky: Lass mal, darüber regt sich höchstens noch mein Opa auf. Ich muss mein Auto ja auch nicht in Borken anmelden, wir haben hier alles im Rathaus. Und wir haben definitiv das bessere Nachtleben. Habt ihr überhaupt Leben nach 22.15 Uhr?

    Lucky: In Borken kannst du freitags und samstags bis Mitternacht bei Kaufland einkaufen, da musst du nicht den teuren Sprit von der Tanke holen.

    Spacky: Ok, das ist ein Argument. Dann kommen wir Freitag nach Borken.

    Lucky (grummelt): Trotzdem seid ihr Lügner und Betrüger. Würde mich nicht wundern, wenn ihr euch auch durch die Klausuren mogelt.

    Spacky: Man tut, was man kann. Außer in echt lernen, das ist was für Mädchen und Streber.

    Lucky: Ist dir schon mal aufgefallen, dass die Mädchen immer neben den Typen sitzen, die echt was leisten? Die anderen sitzen mangels weiblichen Interesses mit ihren Kumpeln zusammen und machen auf dicke Hose, um wenigstens die zu beeindrucken.

    Spacky: Das sind eben die coolen, modischen, sportlichen und gutaussehenden Typen, die sich ihre Frauen bestimmt nicht im Klassenzimmer suchen müssen. Und die auch keine guten Noten brauchen, um ihr Selbstbewusstsein zu steigern.

    Lucky: Schon klar, die landen auch ohne Abschluss auf der Chefetage.

    Spacky: So ist es, du brauchst nur ein schickes Outfit, frisch gegelte Haare, eine große Klappe und die richtigen Kumpel, die zu dir halten, dann kannst du alles werden, sogar Minister.

    Lucky: Da hast du ausnahmsweise sogar recht. Aber sollte man nicht wenigstens die einfachsten Regeln aus der Schule anwenden? Wer sich beim Pfuschen erwischen lässt, muss die Arbeit abgeben?

    Spacky: Hat er doch, er hat den Doktortitel doch zurück gegeben. Und dann haben sie ihm den auch noch weggenommen. Aber netter Versuch. Bei dem Mann kann man echt was lernen.

    Lucky: Ich hab einmal versucht, ein Referat aus Wikipedia abzuschreiben, das gab nur Ärger. Die Lehrer googeln heute jede Kleinigkeit. Oder fragen dich nach Wörtern, die du benutzt hast, und dann stehst du wie ein Trottel da, weil du nicht weißt, was es heißt.

    Spacky: Hähä, du kannst doch den Artikel abschreiben und dann eine Fußnote machen. Ehrlich währt am längsten. Wenn ich Mist gemacht habe und es ohnehin jedem klar ist, geb ich es einfach zu und sag dann, dass ich wenigstens ehrlich bin.

    Lucky: Das hilft aber nur bei schlichten Gemütern, oder?Bones

    Spacky: Ok, vielleicht finden Lehrerinnen das ein bisschen schlicht, aber wenigstens kann ich so tun, als wäre ich selbst von meiner Ehrlichkeit überzeugt.

    Lucky: Stimmt, dann könntest du dich sogar ganz unverfroren als Beispiel für andere bezeichnen.

    Spacky: Und wer dann noch behauptet, es ginge aber doch inhaltlich um das, was ich getan habe, dem kann ich vorhalten, er wollte mich nur absägen und würde einen persönlichen Feldzug gegen mich führen.

    Lucky: Geniale Strategie.

    Spacky: Fehler zugeben können ist ein Zeichen von Stärke. (1) Nur Mädchen erschrecken vor den eigenen Fehlern. (2) (3)

    Lucky: Yoah, brother!

     

    (1) Kauderwelsch

    (2) Käßmann

    (3) Jepsen

     


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  • Textbausteine – Ein Fortsetzungsdrama mit ungewissem Ausgang©

     6. Akt (Aristoteles möge mir vergeben!)

    BerlinBundestagskantine am Tag nach Guttenbergs Anhörung im Parlament. Annette Schavan und Horst Seehofer sitzen an einem runden Tisch und essen Eintopf.

    Schavan: Nun, Herr Professor Doktor Seehofer, was denkst du, kommt er aus der Nummer raus? Du bist doch Spezialist für Nummern.

    Seehofer: Man kommt aus jeder Nummer raus, wenn man nur ein bisschen clever ist. Da liegt aber wohl das Problem.

    Schavan: Ich versteh das nicht, ihr habt doch in Bayern angeblich die schlauesten Schüler und die besten Testergebnisse, aber eure Politiker wirken immer ein bisschen dümmlich. Anwesende ausgenommen.

    Seehofer: Danke. Aber in Bayern sind die Kriterien für Politiker halt andere. Die Leute wollen entweder mit dir saufen oder sich vor dir verneigen können. Adel ersetzt Weißbier. Das hatte der Guttenberg eigentlich ganz gut im Griff.

    Schavan: Warum dann noch die Dissertation?

    Seehofer: Er wollte Bundeskanzler werden, und da musst du auch außerbayrische Kriterien erfüllen. Bisher sind alle bayrischen Kandidaten gescheitert, weil sie Bayern waren.

    Schavan: Das kann er jetzt knicken.

    Seehofer: Jepp. Und Landesfürst in Bayern wird er auch nur über meine Leiche.

    Schavan: Dabei hätte er doch einfach nur der Universität von Kabul einen kleinen Betrag spenden müssen und hätte einen Dr. h.c. bekommen, vielleicht auch eine Professur. Alles wäre legal gewesen.

    Seehofer: Willst du mich provozieren?

    Schavan: Na ja, ich hab schließlich selbst geschrieben. Meine Dissertation bekommt der Guttenberg übrigens mit Schleifchen als Geschenk überreicht, auf dass er an der Lektüre wachse: "Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung".

    Seehofer: Sehr witzig. Aber bisher hast du auch noch keine klaren Worte gefunden zur Gewissenlosigkeit in der Wissenschaft.

    Schavan: Es ist so kompliziert. Hat er der Uni Bayreuth nicht auch Geld gegeben?

    Seehofer: Das hätte er besser in Kabul angelegt. Wäre auch billiger geworden.

    Schavan: Ich halte ihm zugute, dass er den Wissenschaftsstandort Deutschland stützen wollte.

    Guttenberg (nähert sich mit seinem Tablett): Hallo, ich höre positive Worte über meine Person, das passiert nicht mehr so oft. Ist hier noch ein Platz frei?

    Schavan: Sicher, setzen Sie sich!

    Guttenberg: Diese ganzen Anhörungen schlagen mir auf den Magen. Ich habe mich deshalb für mageren Fisch mit Reis und gedünstetem Gemüse entschieden. Und ein Gläschen Champagner, um die Laune zu bessern.

    Seehofer: Schön, dass Sie so pragmatisch mit der Situation umgehen.

    Guttenberg: Ach, bei dieser Anhörung gestern waren ja keine hochrangigen Politiker anwesend. Manche Zeitungen halten das für ein gutes Zeichen. Also dass die Affäre damit zu den Akten gelegt ist.

    Seehofer: Oder die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

    Guttenberg: Meine Umfrageergebnisse sind nach wie vor gut. Und wenn Sie meine Kabinettskollegen als Ratten bezeichnen, liegen Sie voll im Trend. Bald redet niemand mehr über meine Dissertation, weil alles gesagt ist und man sich neuen lohnenden Zielen zuwendet. So ist zum Beispiel die Kollegin Schröder bereits im Gespräch.

    Schavan: Auch Minister haben ein Recht auf faire Verurteilung.

    Seehofer: Ich habe da vorhin einen Witz gehört. Warum will Ursula von der Leyen nicht mehr neben Guttenberg sitzen? Weil der immer abschreibt.

    Guttenberg: Es war sehr nett, mit Ihnen zu plaudern. Ich muss dann mal wieder. Ich ertrage den Geruch von Eintopf so schlecht.

    Seehofer: Wir wollten eigentlich auch gerade gehen. Wie sieht es aus, Annette, hast du heute Abend schon was vor?


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  • Textbausteine – Ein Fortsetzungsdrama mit ungewissem Ausgang©

     5. Akt

    KneipeEine Kneipe in Göttingen. An einem Tisch sitzen drei DoktorandInnen, an der Theke verschiedene ältere Gäste. Der Physiker und der Historiker trinken Bier, die Linguistin einen Cocktail aus billigem Sekt mit Konservenobst.

    Historiker: Ich werde noch blind von diesem Quellenstudium.

    Physiker: Ihr mit euren verstaubten Themen und Methoden. Musst du denn unbedingt Quellen lesen, die noch keiner digitalisiert, transkribiert und analysiert hat? Du siehst doch, es geht auch anders. Sogar Einstein soll abgekupfert haben. Aber Guttenberg verdirbt alles, seinetwegen wird in Zukunft jede Dissertation mit einer speziellen Software untersucht, die Plagiate erkennt.

    Linguistin: Das kann ich auch ohne Software. Ein paar Stilbrüche, Unterschiede in der Rechtschreibung, regionale Unterschiede, schon hat man einen Anfangsverdacht. So kann man auch historische Fälschungen erkennen.

    Physiker: Die Hitler-Tagebücher?

    Linguistin: Das ist doch wunderbar, endlich gibt es auch Arbeitsplätze für Germanisten und Sprachwissenschaftler. Aber wer fährt dann unsere Taxis und bringt die Zeitungen rum?

    Angetrunkener Gast: Na ihr drei, wollt ihr auch Arzt werden wie der von Guttenberg?

    Physiker: Genau, wir wollen auch Doktor spielen.

    Angetrunkener Gast: Die sollen den Mann endlich in Ruhe lassen, so ein feiner Kerl.

    Linguistin: Aber er hat doch seinen Titel auf betrügerische Weise bekommen. Wollen Sie so einen Minister? Wissen Sie, wie hart es für uns Normalos ist, wissenschaftlich zu arbeiten und zugleich unseren Lebensunterhalt zu verdienen? Und das über Jahre.

    Angetrunkener Gast: Die Doktorarbeit wollte doch sowieso keiner lesen vorher, was schadet es, wenn er sie nicht selbst geschrieben hat?

    Historiker: So sieht’s aus, er hat sie entweder schreiben lassen und erst letztes Wochenende richtig gelesen, wie er selbst sagt, oder er hat einfach alles abgeschrieben, was er nützlich fand. Das ist Diebstahl.

    Angetrunkener Gast: Das hab ich aber noch nicht gehört, dass er auch Bücher geklaut hat.

    Historiker: Nein, er hat aus den Büchern und Zeitungen geklaut.

    Angetrunkener Gast: Aber er hat sie vorher gekauft und bezahlt?

    Historiker: Ja sicher.

    Angetrunkener Gast: Dann war es auch sein Eigentum. Und wenn er jemanden fürs Schreiben bezahlt hat, war die Arbeit auch sein Eigentum. Ich hab 16900 €uro für meinen Golf bezahlt und er gehört mir.

    Physiker: Und wenn die Chinesen sich einen Golf kaufen, nachbauen und verkaufen? Darf das?

    Angetrunkener Gast: Meinen Sie, der Guttenberg hätte die Arbeit in China schreiben lassen? Wäre sicher billiger. Aber die Qualität ist nicht die gleiche.

    Physiker: Stimmt genau. Garantie hat er auch nicht, und er kann sich nicht mal beschweren, weil er ja nicht davon abgeht, dass er die Arbeit selbst geschrieben hat. Als Jurist sollte er wissen, welche Version besser für ihn ist.

    Historiker: Deshalb wählt er die Version, bei der er wie ein Vollpfosten dasteht?

    Angetrunkener Gast: Aber das deutsche Volk steht hinter ihm wie ein Pfosten.


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