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    SchieflageIn den 1980er Jahren war das Waldsterben ein großes Thema in der Bundesrepublik, so groß, dass zumindest das Wort Einzug hielt in andere Sprachen: Le Waldsterben, was wiederum in Deutschland mit Hohn über die sorglosen Nachbarn quittiert wurde. Besonders betroffen vom sauren Regen waren Nadelbäume, wohl, weil sie ihre Blätter nicht im Herbst abwerfen und im Frühjahr erneuern.

    Nun, wie jeder sehen kann, gibt es auch 2016 noch Bäume und Wälder,  die nicht freiwillig gestorben sind. Dagegen kommt man in der Regel nur mit Motorsägen an.

    Sicher geht es manchmal nicht anders, wenn ein ordentlicher Sturm schon Vorarbeit geleistet hat. Oder die Miniermotte, die sich über die Balkanroute bis zu uns vorgearbeitet hat und nun die schönen Rosskastanien anfrisst. Allerdings nur die Blätter, was insgesamt dem Baum nicht gut bekommt, aber muss man deshalb einen Kahlschlag veranstalten wie  in Bocholt im Kastanienweg (!) oder am Herrensitz Haus Woord?

    Er überlebte das MassakerBlütenträumeNoch ein Beispiel aus Bocholt: Vor der Post am Bahnhof, denen es übrigens so ergeht wie den Bäumen, denn eigentlich hat man dort sowohl Post als auch Bahnhof abgesägt, war es im Frühling immer besonders schön wegen einer Reihe japanischer Zierkirschen. Keine Ahnung, was die angestellt hatten, jedenfalls ist die Blütenpracht verschwunden, nur eine einzige Kirsche steht noch.

    Die Halbierung des Baumbestands im Langenberg-Park hat auch niemand so recht verstanden. Dabei sollte doch gerade Bocholt wissen, was es den Bäumen zu verdanken hat. Bocholt bedeutet nämlich nichts anderes als Buchenholz.

    Überhaupt waren Buchen doch immer unsere Freunde, mit Hilfe der Buchenstäbchen wurden die ersten Buchstaben in Bücher gedruckt, bei Gewitter sollte man Buchen suchen, um nicht vom Blitz erschlagen zu werden. Nun, das ist alles Vergangenheit, Buchenstäbchen sind heute Essstäbchen für den chinesischen Markt, Bücher sind ein Auslaufmodell, und als Blitzableiter ist die Buche auch nicht geeignet.Wo sind all die Bäume hin?

    Tatsächlich wurden vor einiger Zeit im Klever Forst Buchen gefällt, deren Holz nach China verkauft wird, um daraus Essstäbchen zu machen. Ich hoffe, den Chinesen fällt doch noch was Besseres ein, vielleicht Holz zu Möbeln und Essen mit Gabeln. Aber es ist schon auffällig, wieviel Holz im Moment an allen Straßen liegt, ist das womöglich immer noch eine Folge des unsäglich dummen Vertrags von 2007 mit einem österreichischen Sägewerk? Mathe kann Bäume retten, wenn man es kann.

    Museum Kurhaus mit Baumterrorzelle

    Aber nun haben die Bäume wohl genug und schlagen zurück. Am Klever Forstgarten, und zwar genau an der B9 gegenüber vom Museum Kurhaus, hat sich eine Buche radikalisiert und mutierte zur Selbstmordattentäterin. Sie stürzte sich quer über die Straße auf das Museum, als gerade eine Hochzeitsgesellschaft dort Fotos machte. Das hatte enormes Potential, allerdings verhinderte der Balkon des Museums größere Personenschäden und auch auf der Straße fuhr wohl gerade keiner lang.

    Falls der Artikel der Rheinischen Post sich nicht öffnen lässt, hier ein Zitat:

    "Gestern hatte sich Kleves Gartenmeister Hans Heinz Hübers die Buche näher angesehen, die ohne vorherige Anzeichen aus dem Forstgarten über die Tiergartenstraße in Richtung Museum gefallen war. Hübers wollte klären, warum der Baum umstürzte. Die Antwort gab Jochem Vervoorst, Leiter der Verwaltung bei den Umweltbetrieben der Stadt Kleve (USK). "Grund war eine Fäule im Stammfuß. Die Wurzeln waren angegriffen", sagt der USK-Mitarbeiter. Es habe keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass eine Schädigung vorlag. Der Baum sei unauffällig gewesen, auch sei er nicht durch besonders viel Totholz aufgefallen, so Vervoorst."

    Unauffällig, also ein Schläfer. Oder war es doch der Hundeurin, der den Stammfuß faulen ließ?

     


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  • Die Rechten sind ja nicht für besondere Intelligenz bekannt, aber die Grundrechenarten sollten doch sogar sie beherrschen.

    So die neue polnische Premierministerin Beata Szydło, die für ihre Pressekonferenz die Europafahnen entfernen ließ und die rot-weißen Flaggen nochmal schön gebügelt und zurechtgefaltet hat.Polen rot-weiß

    Um dann zu verkünden, Polen sei nicht darauf vorbereitet, die zugesagten 7000 Flüchtlinge aufzunehmen.*

    Man stelle sich mal vor, andere Länder wären nicht darauf vorbereitet, polnische Bürger aufzunehmen. Eine beeindruckend große Anzahl von Polen müsste dann nach Polen übersiedeln, worauf das Land ganz sicher nicht vorbereitet wäre. Wikipedia spricht allein für Deutschland von ca. 610000 Menschen mit ausschließlich polnischer Staatsangehörigkeit. Seit den Fünfzigern sind ca. 2,5 Millionen eingewandert, es gibt also noch einige Millionen mit polnischem Migrationshintergrund. Wie haben wir das bloß geschafft, ohne komplett hysterisch zu werden?

    Die Homepage der polnischen Botschaft in Berlin hat noch weitere Zahlen zu Auslandspolen:
    "Außerhalb Polens leben 15-18 Mio. Polen. Sie verteilen sich auf folgende Länder: USA 6-10 Mio., Deutschland 2 Mio., Brasilien 1 Mio., Frankreich 1 Mio.,Großbritannien 800.000, Kanada 600.000, Weissrussland 400.000-1 Mio., die Ukraine 300-500.000, Litauen 250-300.000, Australien 130-180.000, Argentinien 100-170.000, Russland 100.000, Tschechien 70-100.000 und Kasachstan 60-100.000."

    Jetzt nochmal zur Grundschulmathe. Wenn ich aus einem Korb 15 Millionen Äpfel nehme und 7000 hineinlege, ist dann der Korb voll?

    * 7000 Menschen, denen es erspart bleibt, Polnisch zu lernen, das ist auch ein humanitärer Akt. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe mal versucht, Polnisch zu lernen.


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  • Warum ich die FAZ online lese, obwohl es mich öfter mal schüttelt? Es liegt an der Werbung, mit der mich andere Zeitungen im Netz überschütten. Vorher war die RP online meine Startseite, aber da kann man inzwischen nicht mal mehr auf eine weiße Fläche klicken, ohne dass sich noch ein und wieder ein Werbefenster öffnet.

    Außerdem hat die FAZ auf ihrer Eingangsseite ein schönes Mah-Jongg-Spiel, mit dem ich gern meine Zeit verplempere. Soweit so gut, von den Meinungen der klugen Köpfe hinter dem Blatt kann ich auch bestens abstrahieren.

     

    Die meisten bösen Männer haben eine Vagina.Aber manchmal schaffen auch die Macher (!) der FAZ es, mich zu überraschen. Zum Beispiel mit dem Artikel Der Aufstand der bösen Männer. Nicht dass ich mich wundern würde über die Fracking-Freundlichkeit der FAZ, nein, aber über das Bild zum Artikel, das die bösen Männer zeigt, habe ich dann doch gestaunt. Ich kann nicht anders, hier muss ich es trotz Copyright mal einstellen. Und das Preisrätsel lautet: Finde den zweiten Mann auf dem Bild!

     


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  • Help!Draußen tobt gerade die Apokalypse mit Blitz, Donner und Regen, aber so ist das eben. Auch wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch meine Klausuren korrigieren.

    Käse und Kirschen

    Es lohnt sich aber auch. Wer wusste schon, das man Milchprodukte und Grünzeug am gleichen Stand kaufen kann und wie originelle Preispolitik geht.

     

    5 Liter Milch heute nur 1 €


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    Glücklich ist, wer vergisst?

     

    Liebes Universum, sorry, blablabla.

    Natürlich ist mein Glück eng verknüpft mit meinen Ansichten über das Leben. Sag ich doch die ganze Zeit. Musste ich echt zum Chinesen gehen, damit du mir das auch nochmal sagst?

    Und überhaupt, liebes Universum, sprichst du jetzt nur noch Chinesisch mit mir?

    Glücklich ist, wer vergisst?

     


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  • Und zwar in meinem Briefkasten. Hier ist der Beweis: Jesus war nicht der Hippie, als den ihn die katholische Kirche immer porträtiert. Sondern ein echter Schwiegermutter-Traum mit gepflegter Kurzhaarfrisur und sorgfältig gestutztem Bart. Von Haut- und Haarfarbe her eher ein heller Typ, Shirt und Umhang sind frisch gewaschen und gebügelt. So lächelt er sanft in die Kamera und sein internationales Publikum erfreut sich sichtlich an dieser Lichtgestalt.
    Kein Wunder, dass der Mann Karriere gemacht hat.

    Neue Bilder von Jesus aufgetaucht

      


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